Hüttentour im Karwendel: Wanderung zur Tölzer Hütte & Schafreuter
Der Schafreuter stand schon länger auf meiner Liste, denn das Karwendel ist für mich eines der schönsten Regionen in der Umgebung.
Für meinen Geburtstag im September war es dann endlich so weit: eine Nacht im Karwendel, ein gemütlicher Hüttenabend und am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang auf den Schafreuter – und damit eine meiner liebsten Arten, um einen Tag zu beginnen.
Die Tölzer Hütte liegt auf 1.835 Metern Höhe im Vorkarwendel, direkt unterhalb des Schafreuters. Der Schafreuter ist mit 2.102 Metern einer der markanten Gipfel der Region und bekannt für sein weitreichendes 360-Grad-Panorama.
Grundsätzlich lässt sich der Gipfel auch gut als Tagestour erwandern. Ich finde allerdings: Mit einer Übernachtung auf der Tölzer Hütte wird die Tour noch einmal ganz besonders.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf unsere Hüttentour zur Tölzer Hütte und weiter zum Schafreuter und zeige dir, was dich auf der Tour erwartet, wie die Übernachtung auf der Hütte war und warum sich die Tour besonders für eine Nacht in den Bergen lohnt.

Die Tour auf einen Blick
Das Wanderportrait der kompletten Strecke
Mehrere Wege führen hinauf auf den Schafreuter. Wir haben uns für den Weg über den Lenkbachweg entschieden.
Tourenplanung mit Mapy.com
Für meine Touren-Planungen nutze ich seit einiger Zeit die App Mapy.com. Die Plattform gibt es bereits seit 1998 und kommt ursprünglich aus Tschechien, wo sie auf eine langjährige Erfahrung in der digitalen Kartografie zurückblicken kann.
Was mir dabei besonders gut gefällt: Die Karte steht wirklich im Mittelpunkt. Dadurch fühlt sich die Planung für mich ein bisschen mehr wie das Arbeiten mit einer klassischen Wanderkarte an, nur eben mit den zusätzlichen Möglichkeiten einer digitalen Anwendung.
Gerade bei Touren in den Bergen finde ich es sinnvoll, sich schon vorab intensiver mit der Strecke und dem Gelände zu beschäftigen. Die App unterstützt aber auch eine große Bandbreite an weiteren Aktivitäten, wie Radfahren, Klettern, Paddleboarding, Skitouring oder einfach Autofahren.
Besonders praktisch finde ich außerdem die Wettervorhersage entlang der Route. So kann ich nicht nur das Wetter am Ausgangspunkt anschauen, sondern auch sehen, wie sich die Bedingungen im weiteren Verlauf und auf unterschiedlichen Höhenlagen entwickeln.
Und wenn man dann oben steht und plötzlich gefühlt unzählige Gipfel vor sich hat, hilft die Bergerkennung dabei, herauszufinden, welche Berge eigentlich vor einem liegen.
Ein weiterer Pluspunkt ist für mich die Möglichkeit, die Karten offline zu speichern. Gerade bei einer Bergtour möchte ich mich unterwegs nicht darauf verlassen müssen, dauerhaft Empfang zu haben.

Hüttentour zur Tölzer Hütte & auf den Schafreuter
Aufstieg zur Tölzer Hütte
Aber jetzt erstmal zur eigentlichen Tour. Unsere Tour startet im Rißtal. Von hier geht es zunächst auf dem Lenkbachweg in Richtung Tölzer Hütte. Der Aufstieg führt größtenteils durch den Wald, was gerade an wärmeren Tagen angenehm ist. Zwischendurch öffnen sich aber immer wieder die Bäume und geben den Blick auf die umliegenden Berge frei.
Der Aufstieg ist dabei durchaus knackig: Auf den rund 5,3 Kilometern bis zur Hütte kommen etwa 920 Höhenmeter zusammen. Wir haben für den Aufstieg knapp 2,5 Stunden gebraucht, wobei wir unterwegs natürlich immer wieder stehen geblieben sind, um die Aussicht zu genießen. Je nach Tempo und Pausen solltest du entsprechend mehr Zeit einplanen.
Und dann liegt sie plötzlich vor uns. Der Wald wird lichter und die Blicke auf das Karwendel werden immer weiter. Und irgendwann taucht dann tatsächlich die Tölzer Hütte vor uns auf.
Nach dem Aufstieg ist das Ankommen auf der Hütte umso schöner. Rucksack abstellen, erstmal durchatmen und den Blick über die Berge schweifen lassen. Allerdings von drinnen, zugig ist es hier oben.



Eine Nacht auf der Tölzer Hütte
Auch wenn das Wetter an diesem Tag nicht unbedingt mitgespielt hat, war es auf der Tölzer Hütte gemütlich. Der Himmel war ziemlich bewölkt und so verbrachten wir den Abend erstmal auf der Hütte.
Automatisch fällt der Blick im Speiseraum immer wieder nach draußen. Und plötzlich war da doch noch dieses kleine Bergkino, mit dem wir bei dem Wetter eigentlich gar nicht mehr gerechnet hatten: Die Wolken wurden plötzlich von der tief stehenden Sonne angestrahlt und leuchteten richtig intensiv rot.
Also nochmal Jacke an und raus.
Übernachtet haben wir in einem 6-Bett-Zimmer. Da wir unter der Woche unterwegs waren und auf der Hütte nicht allzu viel los war, hatten wir sogar das Glück, das Zimmer für uns alleine zu haben. Gut so, dann wecken wir schon niemanden in der Früh.




Sonnenaufgang am Schafreuter
Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel und der Himmel weiterhin ziemlich wolkig. Trotzdem machen wir uns auf den Weg zum Schafreuter. Von der Tölzer Hütte ist der Schafreuter bereits zum Greifen nah. Zum Gipfel sind nur etwa 30 Minuten.
Direkt hinter der Hütte wird der Weg zunächst noch einmal recht steil. Der felsigere Abschnitt ist allerdings mit Drahtseilen gesichert und lässt sich so gut bewältigen. Hier ist trotzdem Trittsicherheit gefragt, gerade bei Dunkelheit und wenn die Bedingungen am Berg nicht optimal sind.
Danach wird der Weg wieder etwas angenehmer und wir steigen weiter Richtung Gipfel. Zunächst sieht es noch nicht danach aus, als würde sich der frühe Start wirklich lohnen. Doch je höher wir kommen, desto mehr verändert sich der Himmel. Die Wolken beginnen langsam aufzureißen und nach und nach wird der Blick auf die umliegenden Gipfel frei.
Und dann geht es plötzlich ganz schnell: Die ersten Sonnenstrahlen erreichen die Berge und tauchen die Gipfel in warmes Licht. Was vorher noch nach einem eher grauen Morgen aussah, wird innerhalb weniger Minuten zu einem unglaublichen Bergpanorama.
Oben am Schafreuter angekommen, eröffnet sich ein beeindruckender 360-Grad-Blick über das Karwendel und die umliegende Berg- und Seenlandschaft. Mit den Wolken, die immer weiter aufziehen, wirkt die Landschaft fast noch eindrucksvoller.
Genau für solche Momente lohnt sich für mich eine Übernachtung auf einer Berghütte. Man muss nicht mitten in der Nacht irgendwo im Tal starten, sondern ist bereits oben und kann den Sonnenaufgang direkt in den Bergen erleben.



Abstieg über die Tölzer Hütte zurück ins Rißtal
Nach dem Sonnenaufgang am Schafreuter geht es wieder zurück Richtung Tölzer Hütte. Jetzt zeigt sich die Strecke noch einmal ganz anders als am frühen Morgen.
Besonders schön ist dabei das Steinmännchen-Plateau, das wir beim Aufstieg noch gar nicht richtig wahrnehmen konnten.
Zahlreiche aufgeschichtete Steine säumen den Weg und machen diesen Abschnitt zu einem kleinen Highlight der Tour.
Zurück auf der Hütte gibt es erstmal Frühstück, bevor wir uns endgültig auf den Abstieg ins Rißtal machen. So können wir noch einmal die Aussicht genießen und in Ruhe in den Tag starten.
Von der Hütte führt der Weg schließlich wieder über den bekannten Weg durch den Wald bergab. Nach insgesamt rund 7 Kilometern und 1.180 Höhenmetern im Abstieg erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt im Rißtal.



LESETIPP
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Praktische Tipps für die Hüttentour zur Tölzer Hütte und zum Schafreuter
Anreise und Mobilität
Anreise mit dem Auto
Unser Ausgangspunkt liegt im Rißtal. Von Lenggries geht es zunächst Richtung Sylvensteinsee und weiter über Vorderriß ins Rißtal. Die Tour zur Tölzer Hütte kann über verschiedene Zustiege erreicht werden. Der kürzeste Zustieg führt vom Leckbachweg zwischen Kaiserhütte und Hinterriß zur Tölzer Hütte.
Für unsere Tour sind wir am Parkplatz im Rißtal gestartet.
Parken
Parkplatz an der Bushaltestelle “Tölzer Hütte”. Am Ausgangspunkt steht der Parkplatz nach der Kaiserhütte zur Verfügung. Gerade an schönen Wochenenden würde ich frühzeitig anreisen, da die Parkmöglichkeiten begrenzt sein können. Der Parkplatz ist aktuell noch kostenfrei.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Das Schöne ist, dass die Tour auch gut mit den Öffis machbar ist. Mit der BRB geht es zunächst nach Lenggries, von dort fährt der Bergsteigerbus Linie 369 über Vorderriß und die Oswaldhütte weiter in Richtung Eng. Die Haltestelle „Tölzer Hütte“ liegt direkt am beschriebenen Ausgangspunkt.
Der Bergsteigerbus fährt von Anfang Juni bis etwa Oktober etwa siebenmal täglich, unter der Woche teilweise in größeren Abständen. Die aktuellen Fahrzeiten solltest du deshalb vor der Tour noch einmal prüfen.
Ein schöner Bonus: Der Bergsteigerbus ist in den MVV eingebunden. Für Gäste mit Deutschlandticket ist die Fahrt bis zur Eng kostenlos, ab der Oswaldhütte gelten besondere Tarifregelungen.
Beste Wanderzeit
Die Tölzer Hütte ist grundsätzlich von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Im Frühsommer kann je nach Schneelage in höheren Lagen noch Schnee liegen, während es im Herbst bereits deutlich früher dunkel wird und die Temperaturen am Gipfel niedriger sein können.
Übernachtung und Reservierung
Wenn du auf der Tölzer Hütte übernachten möchtest, solltest du deinen Schlafplatz unbedingt vorher reservieren. Gerade an den Wochenenden ist die Hütte schnell ausgebucht. Unter der Woche hatten wir Mitte September Glück und hatten unser 6-Bett-Zimmer sogar für uns alleine.
Sonnenaufgang auf den Schafreuter
Die Übernachtung auf der Tölzer Hütte bietet sich dafür natürlich perfekt an. Wir sind am Morgen bereits um 5 Uhr gestartet. Eine Stirnlampe gehört deshalb unbedingt ins Gepäck.
Den Zeitpunkt für den Aufbruch würde ich abhängig von Jahreszeit und gewünschter Sonnenaufgangszeit planen. Mit Mapy.com kannst du die Route vorher planen und dir dabei auch Höhenmeter und Streckenverlauf anschauen.
Was solltest du mitnehmen?
Für die Hüttentour würde ich neben der normalen Wanderausrüstung vor allem auf Folgendes achten:
- feste Wanderschuhe mit gutem Profil
- ausreichend Wasser, meine Empfehlung: eine Trinkblase
- Stirnlampe, besonders bei einem frühen Start zum Sonnenaufgang
- warme Kleidung und eine zusätzliche Schicht für den Gipfel
- Regenjacke bzw. Wetterschutz
- Sonnenschutz
- Hüttenschlafsack
- Ohrenstöpsel
- Powerbank
- Offline-Karte bzw. heruntergeladene Route
Route vorher offline speichern
Im Gebirge würde ich mich nicht darauf verlassen, durchgehend Empfang zu haben. Deshalb solltest du die Route vor der Tour auf deinem Handy offline verfügbar machen.
Mit Mapy.com kannst du Karten für die Offline-Nutzung herunterladen und hast damit auch dann Zugriff auf deine Karte, wenn unterwegs kein Netz vorhanden ist. Besonders bei einem Start im Dunkeln ist das für mich ein wichtiger Punkt.
Wetter nicht unterschätzen
Für den Schafreuter lohnt sich ein genauer Blick auf die Wettervorhersage. Gerade wenn du den Gipfel für Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang besteigen möchtest, können sich die Bedingungen schnell ändern. Ich würde deshalb nicht nur die Temperatur im Tal anschauen, sondern auch die Bedingungen am Berg und die Entwicklung des Wetters entlang der geplanten Route prüfen.
*Ich habe die Tour im Rahmen einer Kooperation mit Mapy.com geplant und durchgeführt. Alles, was du jedoch in diesem Artikel über die Tour und meine Erfahrungen mit Mapy.com liest, beruht auf meiner eigenen Nutzung, meinen Erfahrungen und meiner persönlichen Meinung.
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