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Wanderer auf dem Laugavegur im isländischen Hochland

Es gibt Wanderwege, die beeindrucken mit ihrer Aussicht. Und es gibt den Laugavegur. 

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Kaum ein anderer Fernwanderweg zeigt die Gegensätze Islands so eindrucksvoll wie dieser. Innerhalb weniger Tage wanderst du durch dampfende Geothermalgebiete, über schwarze Lavafelder, vorbei an Schneefeldern, Gletschern und unzähligen Flüssen, bevor du schließlich im satten Grün von Þórsmörk ankommst. Genau deshalb wird Island auch das Land aus Feuer und Eis genannt – und auf kaum einer Tour wird dieser Kontrast so greifbar wie hier. 

Als wir unsere Trekkingtour starteten, hatten wir genau diese Landschaften vor Augen. 

Was ich allerdings nicht eingeplant hatte? Drei Tage Dauerregen. 

Statt Postkartenwetter erwarteten uns Nebel, nasse Schuhe und das tägliche Ritual, morgens wieder in feuchte Kleidung zu schlüpfen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wurde diese Tour zu einem der intensivsten Wanderabenteuer, die ich bisher erlebt habe. 

Denn der Laugavegur hat uns nicht nur spektakuläre Landschaften gezeigt, sondern mal wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht und gezeigt, wie wenig es manchmal braucht, um glücklich zu sein. Ein trockener Aufenthaltsraum. Fünf Minuten Sonne. Oder einfach eine Gruppe von Menschen, die selbst nach Stunden im Regen noch gemeinsam lachen kann. 

In diesem Blog nehme ich dich Etappe für Etappe mit auf unsere Tour, teile meine persönlichen Highlights und Erfahrungen und gebe dir praktische Tipps für deine eigene Trekkingtour. Du erfährst, wie anspruchsvoll der Laugavegur wirklich ist, was dich unterwegs erwartet, was du einpacken und worauf du bei der Planung achten solltest. 

Bereit? Dann komm mit auf eine Trekkingtour durch eine der beeindruckendsten Landschaften Nordeuropas. 🇮🇸

Schwarze Lavafelder und bunte Berge entlang des Laugavegur
Trekking auf dem Laugavegur durch die spektakuläre Landschaft des isländischen Hochlands.

Der Laugavegur Trail auf einen Blick 

Der Laugavegur gilt als der bekannteste und schönste Mehrtageswanderweg Islands. Das liegt vor allem daran, dass kaum ein anderer Trail auf so kurzer Distanz eine derart abwechslungsreiche Landschaft bietet. Kaum eine andere Trekkingtour führt innerhalb weniger Tage durch so viele unterschiedliche Natur- und Klimazonen. 

Mit rund 55 Kilometern verbindet der Trail Landmannalaugar mit Þórsmörk und lässt sich je nach Etappenplanung in drei bis vier Tagen wandern. Viele Wandernde verlängern die Tour jedoch um einen An- oder Abschlusstag oder kombinieren sie mit dem Fimmvörðuháls bis nach Skógar. Wir waren insgesamt drei Tage auf dem Trail unterwegs und haben uns zusätzlich Zeit genommen, die Umgebung von Landmannalaugar und Þórsmörk zu erkunden. 

Technisch gehört der Laugavegur zu den leichteren Mehrtagestouren. Trittsicherheit, eine gute Grundkondition und Wandererfahrung solltest du trotzdem mitbringen. Die größte Herausforderung ist meist nicht das Gelände, sondern das schnell wechselnde Wetter mit Regen, Wind, Nebel und mehreren Flussquerungen. 

Schwarze Lavafelder in Kontrast zu den grünen Hängen Islands
Das grünen Berge bildet einen beeindruckenden Kontrast zu den kargen Vulkanlandschaften des Laugavegur.

Das Wanderportrait des Laugavegur

Etappen

3 bis 4 Tage

Distanz

55 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 1.500 m ↑ / 1.900 m ↓

Start & Ziel

Landmannalaugar - Þórsmörk

Übernachtung

Zelt oder Berghütte

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Anfang September

Organisation

Individuell oder geführt

Den Laugavegur individuell oder geführt wandern?

Den Laugavegur kannst du sowohl individuell als auch geführt wandern. Beide Varianten haben ihre Vorteile und es kommt ganz darauf an, wie viel Planung du selbst übernehmen möchtest. 

Möchtest du den Trail komplett auf eigene Faust organisieren, musst du dich unter anderem um Transfers, Campingplätze oder Hüttenreservierungen sowie die gesamte Tourenplanung kümmern. Gerade in der Hauptsaison solltest du dich frühzeitig darum kümmern. 

Ich war mit dem Abenteuer-Reiseveranstalter Travelbase unterwegs. Travelbase bietet den Laugavegur unter dem Namen The Iceland Trail“ an. Das Besondere: Dort kannst du selbst entscheiden, ob du den Laugavegur geführt oder individuell wandern möchtest. In beiden Fällen übernimmt Travelbase die komplette Organisation im Hintergrund – von den Transfers über die Campingplätze bis hin zur Verpflegung. So kannst du dich voll auf das Trekking konzentrieren, ohne dich monatelang um die Planung kümmern zu müssen. 

Ich selbst habe mich für die geführte Variante entschieden. Für mich ist es immer ein Highlight, unterwegs neue Menschen kennenzulernen. Außerdem finde ich es gerade in einer so abgelegenen Region beruhigend, einen erfahrenen Guide dabei zu haben. Und ganz ehrlich: Bei dem Wetter hätten wir ohne unsere Gruppe vermutlich nur halb so viel gelacht. 😄 

💡 Mein Fazit: Wenn du gerne alles selbst organisierst, ist die individuelle Variante eine tolle Wahl. Möchtest du dir die Planung sparen und trotzdem das Gefühl einer echten Trekkingtour erleben, kann ich dir die organisierte Tour mit Travelbase empfehlen. 

Iceland Trail

💡 Das ist bei The Iceland Trail von Travelbase inklusive

✔️ vollständige Organisation der gesamten Trekkingtour
✔️ 5 Campingübernachtungen entlang des Trails
✔️Begleitung durch erfahrene Guides (bei der geführten Variante) 
✔️ Trekkingverpflegung für die gesamte Tour
✔️ Trail-App mit allen wichtigen Infos
✔️ Alle Busfahrten zum/vom Trail

Optional Buchbar:

Hin- und Rückflug
Flughafenshuttle
Survival Foodpack inkl. Kochset
Verleih Campingmaterial (Zelt, Schlafsack, Isomatte)
Wanderstöcke
Extra Nächte
Gepäcktransport mit einem 4×4 Fahrzeit

Valahnúkur in Þórsmörk
Der Aufstieg auf den Valahnúkur bietet einen beeindruckenden Blick.

Wie schwierig ist der Laugavegur? 

Der Laugavegur gilt als mittelschwere Mehrtagestour und ist technisch nicht besonders anspruchsvoll. Es gibt keine Kletterpassagen oder ausgesetzten Stellen. Unterschätzen solltest du den Trail trotzdem nicht. 

Die größte Herausforderung ist meist nicht der Weg selbst, sondern das isländische Wetter. Wind, Regen, Nebel und selbst Schneefall sind auch im Sommer keine Seltenheit. Hinzu kommen mehrere Flussquerungen, die je nach Wasserstand knietief sein können. 

Mit einer guten Grundkondition, Trittsicherheit und etwas Wandererfahrung ist der Trail jedoch gut machbar. Wer regelmäßig längere Wanderungen unternimmt, wird den Laugavegur in der Regel gut bewältigen können. 

💡 Tipp: Je nachdem, wie du den Trail planst, trägst du entweder deine komplette Ausrüstung selbst oder nutzt einen Gepäcktransport. Bei The Iceland Trail von Travelbase kannst du den Gepäcktransport optional dazubuchen. Dadurch wanderst du nur mit einem Tagesrucksack und kannst die Tour deutlich entspannter genießen. 

Beste Reisezeit für den Laugavegur 

Der Laugavegur ist in der Regel nur von Ende Juni bis Anfang September begehbar. Außerhalb dieses Zeitraums liegt häufig noch Schnee im Hochland oder die Pisten nach Landmannalaugar sind gesperrt. 

Die beliebtesten Monate sind Juli und August. Dann sind die Tage besonders lang und die Chancen auf stabile Wetterbedingungen am größten. Trotzdem solltest du dich auch im Hochsommer auf Wind, Regen, Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt einstellen. Das Wetter in Island kann sich innerhalb weniger Minuten komplett ändern. 

💡 Mein Tipp: Lass dich von einer schlechten Wettervorhersage nicht sofort abschrecken. Wir hatten drei Tage Dauerregen und würden die Tour trotzdem jederzeit wieder machen. 

Wanderer mit Regenjacke und Regenhose im Regen auf dem Laugavegur
Sonne, Wolken und Regen wechseln sich während der Trekkingtour durch das isländische Hochland ab.

Unsere Route auf dem Laugavegur

Da wir mit The Iceland Trail von Travelbase unterwegs waren, bestand unsere Reise nicht nur aus dem klassischen Laugavegur, sondern aus insgesamt fünf Wandertagen. Sowohl die Aufwärm- als auch Abschlusswanderung waren landschaftlich auch nochmals ein absolutes Highlight.

Der Iceland Trail mit Travelbase
Der Iceland Trail mit Travelbase

Die Reise dauert insgesamt 7 Tage, davon 5 Wandertage auf dem The Iceland Trail. 

Wandertag Route Distanz Aufstieg Abstieg Gehzeit
1 Landmannalaugar – Suðurnámur – Landmannalaugar 10 km 510 hm 510 hm 4 Stunden
2 Landmannalaugar – Álftavatn 22 km 1030 hm 1070 hm 8-9 Stunden
3 Álftavatn – Emstrur 16 km 300 hm 370 hm 5 Stunden
4 Emstrur – Pórsmörk 15 km 330 hm 570 hm 4-5 Stunden
5 Þórsmörk ValahnúkurÞórsmörk  11 km 530 hm 530 hm 4 Stunden

 

In den nächsten Abschnitten nehme ich dich mit auf jede einzelne Etappe und teile meine persönlichen Eindrücke, Highlights und Tipps. 

Reisetag 1 – Ankommen in Island 

Nach unserer Landung in Keflavík ging es mit dem Shuttle zunächst zu unserem Basecamp, dem Lava Hostel bei Reykjavík. Nach und nach trafen auch die anderen Teilnehmenden ein und zum ersten Mal wurde aus einer Reiseplanung langsam ein gemeinsames Abenteuer. 

Beim gemeinsamen Abendessen lernten wir uns bereits etwas kennen, bevor am Abend das Briefing mit unseren Guides stattfand. Wir gingen die Route für die kommenden Tage durch, überprüften noch einmal unsere Ausrüstung und bekamen die letzten Infos für unsere Trekkingtour. 

Die Vorfreude war riesig. Morgen würden wir endlich ins Hochland fahren und der eigentliche Trek beginnen. 

💡 Fun Fact: Falls du im Bus einschläfst, verpasst du auf der Fahrt vom Flughafen zum Lava Hostel nicht allzu viel. 😄 Heb dir den Fensterplatz lieber für den nächsten Morgen auf – spätestens auf dem Weg nach Landmannalaugar wirst du ihn nicht mehr hergeben wollen. 

Trekkingtag 1 – Landmannalaugar: Der perfekte Start ins Abenteuer 

Die Nacht im Zelt war ehrlich gesagt etwas kürzer als gedacht. Irgendwie muss man sich nach einer Weile immer erst wieder daran gewöhnen, auf einer Isomatte zu schlafen. Gleichzeitig war die Vorfreude so groß, dass Müdigkeit sowieso keine Rolle spielte. 

Nach dem Frühstück machten wir uns schließlich auf den Weg ins isländische Hochland. Schon die Fahrt fühlte sich an wie eine Reise auf einen anderen Planeten. Hinter jeder Kurve wartete eine neue Landschaft.

Noch bevor wir Landmannalaugar erreichten, legten wir einen Stopp am Sigöldugljúfur Canyon, auch bekannt als Valley of Tears, ein. Der Name könnte kaum passender sein. Unzählige kleine Wasserfälle fließen gleichzeitig über die dunklen Lavafelsen hinab und münden in einen leuchtend türkisfarbenen Fluss. Durch das saftige Moos entsteht ein faszinierender Kontrast zur rauen Vulkanlandschaft.

Wasserfälle im Sigöldugljúfur Canyon in Island
Der Sigöldugljúfur Canyon, auch Valley of Tears genannt, beeindruckt mit zahlreichen Wasserfällen und türkisfarbenem Wasser.

Schwarze Lavafelder wechselten sich mit leuchtenden Bergen in Gelb-, Rot- und Grüntönen ab. Noch bevor wir den ersten Schritt gewandert waren, wussten wir: Diese Woche wird anders als alles, was wir bisher erlebt haben. 

Als wir schließlich Landmannalaugar erreichten, bauten wir zuerst unsere Zelte auf. Danach blieb zum Glück noch genügend Zeit, die Umgebung bei einer ersten Eingewöhnungswanderung zu erkunden. Dunkel wird es hier ja eh erst sehr spät. 

Aufwärm-Wanderung um Landmannalaugar im Überblick

Gehzeit

4 Stunden

Distanz

10 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 510 Hm ↑↓

Startpunkt

Langmannlaugar

Erste Highlights unterwegs 

Der Aufstieg auf den Suðurnámur war der perfekte Einstieg. Mit leichtem Rucksack führte der Weg zunächst durch erkaltete Lavafelder und vorbei an kleinen Bächen, bevor sich mit jedem Höhenmeter die berühmten bunten Rhyolithberge von Landmannalaugar vor uns ausbreiteten. Es fühlte sich an, als wären wir in einer völlig anderen Welt angekommen. 

Mich erinnerten die Farben sofort an die Rainbow Mountains in Peru – nur eingerahmt von schwarzem Lavagestein und dampfenden Quellen. 

Der erste Anstieg hatte es bereits in sich und auf dem Gipfel begrüßte uns die berühmte isländische Brise. Der kräftige Wind machte schnell klar, dass das Wetter hier seine eigenen Regeln schreibt. Gleichzeitig wurden wir mit einem Panorama belohnt, das die Vorfreude auf die kommenden Tage nur noch größer machte. 

Den perfekten Abschluss fand dieser erste Trekkingtag in den heißen Quellen von Landmannalaugar. Während wir im warmen Wasser saßen, freute ich mich unglaublich auf die kommenden Tage. 

Bunte Rhyolithberge bei Landmannalaugar in Island
Erste Wanderung auf den Suðurnámur mit Blick auf die farbenprächtigen Rhyolithberge von Landmannalaugar.
arbige Rhyolithberge und schwarze Lavafelder bei Landmannalaugar
Rhyolithberge von Landmannalaugar
Heiße Quellen in Landmannalaugar

Trekkingtag 2 – Auf dem Laugavegur von Landmannalaugar nach Álftavatn 

Nach dem entspannten Warm-up am Vortag begann heute endlich der eigentliche Laugavegur. Einer der bekanntesten Fernwanderwege der Welt – und genau auf diesen Moment hatte ich mich schon die ganze Reise gefreut.

🥾 Iceland Trail 🌋 Tag 2 – Laugevagur

Gehzeit

8 Stunden

Distanz

22 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 1030 Hm ↑ 1070 Hm ↓

Startpunkt

Langmannlaugar

Der Start auf dem bekanntesten Trekkingtrail Islands 

Die ersten Kilometer waren einfach überwältigend. Rund um uns leuchteten die bunten Rhyolithberge von Landmannalaugar, dazwischen schwarze Lavafelder und überall dieser typische Schwefelgeruch, der einen ständig daran erinnert, wie aktiv Island unter der Oberfläche eigentlich noch ist. 

Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus. 

Doch der Blick nach vorne verriet schnell: Das Wetter würde heute nicht auf unserer Seite sein. Vor uns schob sich eine dichte Nebelwand über den Trail.

Also Regenjacke an, Regenhose an und Kapuze auf. Ehrlich gesagt trage ich fast nie eine Regenhose. Als plötzlich alle ihre angezogen haben, dachte ich nur: „Na gut… wenn ihr meint.“  

Ich war mir ziemlich sicher, dass ich sie spätestens nach einer Stunde wieder ausziehen würde. 

Rückblickend mussten wir über diesen Gedanken ziemlich schmunzeln. Denn die Regenbekleidung sollte uns die nächsten drei Tage fast ununterbrochen begleiten. 

Wanderweg des Laugavegur bei Landmannalaugar
Überall raucht und qualmt es aus dem Erdboden
Wanderer im Nebel auf dem Laugavegur in Island
See inmitten der bunten Berge
bunten Bergen Landmannalaugars

Durch Obsidianfelder und Schneelandschaften

Mit jedem Kilometer veränderte sich die Landschaft. Die bunten Berge verschwanden langsam hinter uns und machten einer kargen Vulkanlandschaft mit schwarzen Lavafeldern und Schneefeldern Platz. Trotz Nebel war diese Szenerie unglaublich beeindruckend. 

Je höher wir kamen, desto rauer wurden die Bedingungen. Wind, Nebel und feiner Nieselregen machten es teilweise unmöglich, die beeindruckende Landschaft überhaupt zu erkennen. Gleichzeitig hatte genau diese Stimmung aber auch etwas Faszinierendes. Island fühlte sich plötzlich wild, rau und völlig unberechenbar an. Auf den Fotos wirkt das Wetter übrigens deutlich besser, als es tatsächlich war. Diesen feinen Sprühregen bekommt eine Kamera kaum eingefangen – in Wirklichkeit waren wir aber innerhalb kürzester Zeit ziemlich nass. 

Die Hütte von Hrafntinnusker war deshalb ein echtes Highlight. Selten hat sich eine einfache Berghütte so gemütlich angefühlt. Ein warmes Tütenessen, kurz die Hände aufwärmen und neue Motivation sammeln. 

Danach blieb uns allerdings nichts anderes übrig, als Kapuze wieder auf und weiter. 

Dafür überraschte uns die Landschaft erneut. Aus schwarzem Vulkanboden wurden langsam grüne Hügel und moosbedeckte Täler, ein Kontrast, der typisch für den Laugavegur ist und diese Etappe so besonders macht. 

Schwarze Lavafelder am Laugavegur
Der Laugavegur führt von den bunten Bergen Landmannalaugars in eine karge Landschaft aus Lava und Vulkanstein.
Schneefelderquerung am Laugavegur
Hrafntinnusker am Laugavegur

Die erste Flussquerung 

Vor der ersten Flussquerung hatte ich ehrlich gesagt etwas Respekt. Am Ende war sie aber deutlich einfacher als gedacht.  

Als wir schließlich den Campingplatz am Álftavatn erreichten, waren wir müde, nass und ziemlich glücklich. 

Und die heiße Dusche? Wahrscheinlich eine der besten Investitionen der gesamten Reise. 

Das grüne Hochland Islands
Wanderer im Nebel auf dem Laugavegur in Island
Nebel und Regen nur halb so schlimm 😉
Zelt mit Kleidung zum Trocknen
Der Versuch die Kleidung zu trocknen
Idyllischer Campground am See von Alftavatn
Idyllischer Campground am See von Alftavatn

Trekkingtag 3 – Auf dem Laugavegur von Álftavatn nach Emstrur

Als wir morgens aus dem Zelt krochen, gab es immerhin eine gute Nachricht: Zum Zeltabbau regnete es nicht. 

Die weniger gute Nachricht? Unsere Kleidung und Schuhe waren trotzdem noch feucht. 

Am Abend zuvor hatten wir unser Essenszelt kurzerhand zum Trockenraum umfunktioniert. Überall hingen Jacken, Socken und Schuhe in der Hoffnung, am nächsten Morgen wieder trockene Kleidung zu haben. Die Realität sah allerdings anders aus. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war kaum etwas getrocknet. 

Also hieß es: Augen zu und rein in die feuchten Schuhe. 

🥾 Iceland Trail 🌋 Tag 3 – Laugevagur

Gehzeit

4-5 Stunden

Distanz

16 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 300 Hm ↑ 370 Hm ↓

Startpunkt

Álftavatn

Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer  

Pünktlich zum Start unserer Wanderung setzte dann auch wieder der Regen ein. Ab diesem Moment machte das ehrlich gesagt kaum noch einen Unterschied. 😄 

Schon nach den ersten Kilometern war klar: Heute wird ein Tag voller Kontraste. Rund um Álftavatn leuchtete das Hochland in den schönsten Grüntönen. Kaum zu glauben, dass wir gestern noch zwischen bunten Rhyolithbergen und schwarzen Lavafeldern unterwegs waren.  

Die erste Flussquerung des Tages meisterten wir inzwischen fast schon routiniert. Gestern noch ein kleines Abenteuer, heute gar kein Problem mehr. Aber gut, die Strömung war auch recht angenehm.  

Wandern bei Regen auf dem Laugavegur
Grüne Täler und Berge rund um Álftavatn bilden einen starken Kontrast zu den schwarzen Lavafeldern der vorherigen Etappe.

💡 Tipp zur Flussquerung 

  • Quere Flüsse niemals barfuß – Wasserschuhe oder Sandalen lohnen sich.  
  • Quere immer an einer möglichst breiten Stelle, dort ist die Strömung meist schwächer.  
  • Wanderstöcke geben zusätzliche Stabilität und mehr Balance.
  • Öffne den Hüft- und Brustgurt deines Rucksacks,, damit du ihn im Notfall schnell abwerfen kannst. 
  • Quere den Fluss gegen den Strom, da du so am wenigsten Widerstand bildest
  • Befestige deine Schuhe außen am Rucksack. Niemals um den Hals hängen. 
  • Drybags schützen deine Kleidung und Elektronik zuverlässig vor Wasser. 
Flussquerung auf dem Laugavegur
Eine der Flussquerungen gehört zu den besonderen Herausforderungen beim Wandern auf dem Laugavegur.

Island überrascht immer wieder 

Danach wurde die Landschaft immer rauer. Die grünen Hügel verschwanden langsam hinter uns und machten kilometerlangen schwarzen Lavafeldern Platz. Der Nebel hing tief über der Landschaft und ließ uns oft nur erahnen, wie spektakulär die Aussicht eigentlich sein musste. 

Und trotzdem war die Stimmung in unserer Gruppe unglaublich gut. 

Man akzeptiert, dass Regen gerade dazugehört und beginnt stattdessen, sich über die kleinen Momente zu freuen. Fünf Minuten ohne Regen. Ein trockener Stein zum Sitzen. Oder ein kurzer Blick auf die Landschaft, wenn der Nebel für einen Augenblick aufreißt. 

Unsere Pause verbrachten wir an einem kleinen Wasserfall. Für ein paar Minuten legten wir uns einfach ins weiche Moos, genossen die Aussicht und ließen die Landschaft auf uns wirken. Genau diese kleinen Momente machten die Regentage am Ende doch irgendwie besonders. 

Wanderer mit Regenbekleidung auf dem Laugavegur
Auch bei schlechtem Wetter gute Laune
Pause in Hvanngil
Die kleine Hütte in Hvanngil bietet einen geschützten Platz für eine Pause auf dem Laugavegur.
RegenKleidung

Am Campingplatz in Emstrur erwartete uns zunächst… Nebel. Immerhin war es trocken genug, um in Ruhe die Zelte aufzubauen. Und dann passierte etwas, womit wir gar nicht mehr gerechnet hatten: Für etwa eine Stunde riss die Wolkendecke auf. Plötzlich lag der Gletscher vor uns und wir konnten endlich sehen, was sich die ganze Zeit hinter den Wolken verborgen hatte. 

Nur wenig später war wieder alles grau. Ja, Willkommen in Island. 🇮🇸 

Gletscherblick bei Emstrur in Island
Für einen kurzen Moment geben die Wolken den Blick auf den Gletscher bei Emstrur frei.

Trekkingtag 4Auf dem Laugavegur von Emstrur nach Þórsmörk

Ich weiß nicht, wer sich an diesem Morgen mehr gefreut hat, wir oder das Wetter. 

Zum ersten Mal seit Tagen hörte der Regen auf. Nicht lange, aber lange genug, um unsere Chance zu nutzen. 

Abstecher zum Markarfljótsgljúfur Canyon 

Noch vor dem Frühstück machten wir uns direkt vom Campingplatz auf den Weg zum Markarfljótsgljúfur Canyon. 

Und ganz ehrlich? 

Wow. 

Die letzten Tage hatten wir die Landschaft oft nur erahnen können. Mal ein paar Sekunden, dann war wieder alles im Nebel verschwunden. Umso verrückter war es, plötzlich vor dieser riesigen Schlucht zu stehen und endlich wieder weit sehen zu können. 

Erst in diesem Moment wurde mir bewusst, wie spektakulär die Umgebung eigentlich die ganze Zeit gewesen sein musste. Das Wetter hatte sie uns einfach konsequent vorenthalten. 

Markarfljótsgljúfur Canyon
Ok, wow! Mehr Worte braucht es nicht!

 Iceland Trail 🌋 Tag 4 – Laugevagur

Gehzeit

4 Stunden

Distanz

15 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 330 Hm ↑ 570 Hm ↓

Startpunkt

Emstrur

Wie viele Landschaften passen eigentlich in einen Tag? 

Ich hätte nie gedacht, dass sich eine Landschaft innerhalb weniger Stunden so oft komplett verändern kann.   

Kaum waren wir losgelaufen, führte der Weg durch grüne Täler und beeindruckende Canyonlandschaften. Nach den grauen und schwarzen Farben der vergangenen Tage fühlte sich das fast unwirklich an. Island zeigte uns plötzlich wieder eine ganz andere Seite. 

Grüne Canyonlandschaft zwischen Emstrur und Þórsmörk
Grüne Täler und tiefe Schluchten begleiten uns heute

Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft karger. Das satte Grün verschwand und machte einer riesigen schwarzen Lavaebene Platz. Still, weit und irgendwie mystisch. Ich hatte ständig das Gefühl, als könnte hinter der nächsten Anhöhe gleich eine Reitergruppe aus einem Fantasyfilm auftauchen. 

Genau das liebe ich am Laugavegur. Man gewöhnt sich nie an die Landschaft, weil sie sich ständig verändert. Und gerade dann, wenn man denkt, jetzt wüsste man, was als Nächstes kommt, überrascht einen Island wieder. 

Wanderer bei mystischer Stimmung am Laugavegur
Schwarze Lavaebene auf dem Laugavegur
Lavalandschaft des Laugavegur

Ankommen in Þórsmörk 

Nach der letzten Flussquerung war es plötzlich, als hätte jemand den Schalter umgelegt. 

Bäume. Blumen. Grüne Wiesen. Nach Tagen zwischen Lava, Schnee und Nebel ist das hier wirklich ein anderer Kontrast. Nicht umsonst trägt das Tal den Namen „Wald des Thor“. Geschützt zwischen Gletschern ist hier eine überraschend grüne Oase entstanden, die einen kaum glauben lässt, dass man sich noch immer im isländischen Hochland befindet. 

Eigentlich hätten wir an diesem Tag noch auf einem anderen Campingplatz übernachten sollen. Doch unsere Guides hatten Mitleid mit uns. Da wir die letzten Tage fast ununterbrochen im Regen unterwegs gewesen waren, versuchten sie alles möglich zu machen, damit wir direkt bis zum letzten Camp weiterlaufen konnten. 

Die Belohnung wartete am Camp: ein warmer Aufenthaltsraum, eine Sauna und sogar ein Restaurant. 

Ich hätte vor der Reise nie gedacht, dass ich mich einmal so sehr über einen warmen Raum freuen würde. 

Und trotzdem war das Schönste an diesem Tag etwas ganz anderes: Zu merken, wie unglaublich vielseitig Island ist und wie sehr man als Gruppe bei so einer Reise zusammenwächst.  

Þórsmörk – Wald des Thor
Nach den kargen Vulkanlandschaften erreicht der Laugavegur das grüne Þórsmörk, den sogenannten Wald des Thor.

Trekkingtag 5 – Valahnúkur: Der perfekte Abschluss

Als wir morgens aus dem Camp traten, mussten wir erst einmal grinsen. Zum ersten Mal seit Tagen konnten wir einfach loswandern. Keine Regenhose. Keine komplett geschlossene KapuzeAllein das fühlte sich schon so ein bisschen wie Luxus an. 

🥾 Iceland Trail 🌋 Tag 5 – Abschluss-Hike

Gehzeit

3-4 Stunden

Distanz

11 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 530 Hm ↑↓

Startpunkt

Þórsmörk

Die Wolken hingen zwar noch immer tief zwischen den Bergen, doch immer wieder rissen sie auf und gaben den Blick auf Þórsmörk frei. Mit jedem Höhenmeter wurde deutlicher, wie unglaublich schön dieses Tal eigentlich ist. 

Traumblick vom Aussichtspunkt 

Der Aufstieg auf den Valahnúkur war schließlich das Highlight des Tages. 

Von oben konnten wir die verzweigten Flussarme überblicken und sogar den Weg erkennen, den wir am Vortag zurückgelegt hatten. Nur der Gletscher versteckte sich weiterhin hartnäckig hinter den Wolken.  

Natürlich wurden wir dabei auch ein wenig wehmütig. 

Immer wieder fragten wir uns, wie viele dieser Ausblicke wir in den letzten Tagen wohl verpasst hatten. 

Aussicht über Þórsmörk
Vom Valahnúkur sind die verzweigten Flüsse und Berge rund um Þórsmörk besonders gut zu sehen.
Blick vom Valahnúkur über Þórsmörk in Island
Wolken und Berge wechseln sich ab

Mehr als nur eine Wanderung 

Aber je länger wir dort oben saßen, desto klarer wurde mir auch etwas anderes. 

Hätten wir jeden Tag strahlenden Sonnenschein gehabt, wäre die Landschaft vielleicht noch spektakulärer gewesen.  

Doch wahrscheinlich wären viele Erinnerungen ganz andere. 

Die Regentage haben uns als Gruppe zusammengeschweißt. Wir haben zusammen gefroren, gelacht, Flüsse überquert, nasse Schuhe angezogen und uns jeden Abend über Kleinigkeiten gefreut. 

Und obwohl wir uns unterwegs sicher mehr als einmal besseres Wetter gewünscht haben, ist uns eines nie verloren gegangen: Der Spaß und die Begeisterung für diese Landschaften. 

Genau deshalb denke ich heute nicht als Erstes an Regen oder Nebel zurück. 

Sondern an eine Gruppe von Menschen, die aus einer ziemlich nassen Woche ein tolles Abenteuer gemacht hat, und natürlich an die unglaubliche Landchaft, die wir erleben durften. und gehört so ein bisschen raues Wetter im Norden nicht auch irgendwie dazu? Bei schönem Wetter wandern kann ja jeder 😉 

Unterwegs mit Travelbase
Solche Erlebnisse mit einer Gruppe zu erfahren ist gold wert

Ein Abschied mit Gänsehaut 

Eigentlich war der Tag schon vorbei. 

Wir saßen am Fluss, ließen die vergangenen Tage Revue passieren und genossen einfach den Moment. 

Dann blickte plötzlich jemand Richtung Berge. 

„Der Gletscher!“ 

Innerhalb weniger Minuten rissen die Wolken auf und gaben den Blick frei, auf den wir die ganze Woche gehofft hatten. 

Meine Freundin und ich mussten nicht lange überlegen. 

Also schlüpften wir noch einmal in unsere Laufschuhe und liefen ein zweites Mal hinauf auf den Valahnúkur. 

Als wir oben ankamen, färbte die tief stehende Sonne das Tal in warmes Licht. Der Gletscher lag endlich frei vor uns und wir konnten kaum glauben, dass wir nur eine Stunde zuvor noch am Fluss gesessen hatten. 

Gletscherblick von Þórsmörk
Zwischen den Wolken zeigt sich der Gletscher über dem Þórsmörk.
Sunset Run auf den Valahnúkur
Ein spontaner Lauf zum Valahnúkur bei tief stehender Sonne wird zum emotionalen Abschluss der Trekkingtour.

Reisetag 6 – Abschied von Island  

Abschied fällt manchmal schwerer als gedacht 

Ich hätte nicht gedacht, dass mir der Abschied so schwerfallen würde. 

Nach fünf Tagen im Hochland hatte sich vieles erstaunlich schnell normal angefühlt. Morgens das Zelt abbauen, den Rucksack schultern und einfach loslaufen. Keine Termine, kaum Handyempfang und jeden Tag eine neue Landschaft. 

Selbst der Regen gehörte irgendwann einfach dazu. 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg Richtung Reykjavík. Je weiter wir das Hochland hinter uns ließen, desto mehr hatte ich das Gefühl, gerade einen ganz besonderen Ort zu verlassen. 

Unterwegs legten wir noch einen Stopp am Seljalandsfoss ein. Auch wenn wir in den vergangenen Tagen unzählige Wasserfälle gesehen hatten, war dieser noch einmal etwas Besonderes. Wer möchte, kann sogar hinter dem Wasserfall entlanglaufen und ihn aus einer ganz anderen Perspektive erleben. 

Am Abend schlenderten wir noch durch die Straßen von Reykjavík.

Es fühlte sich fast ein bisschen surreal an. 

Gestern noch standen wir mitten im Hochland, heute saßen wir in einem Café und spazierten durch die Stadt. 

Seljalandsfoss in Island
Der Seljalandsfoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands und liegt an der Südküste.

Noch Zeit in Reykjavík? Das solltest du dir nicht entgehen lassen 

Auch wenn nach fünf Tagen in der Wildnis eigentlich jede heiße Dusche und ein gemütliches Café schon wie Luxus wirken, lohnt es sich, noch etwas Zeit für Reykjavík einzuplanen. Die isländische Hauptstadt ist klein, entspannt und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. 

🌈 Durch die Rainbow Street schlendern 

Die berühmte Rainbow Street gehört zu den bekanntesten Fotospots der Stadt. Von hier aus hast du außerdem einen tollen Blick auf die Hallgrímskirkja. 

⛪ Hallgrímskirkja besuchen 

Mit ihrer außergewöhnlichen Architektur zählt die Hallgrímskirkja zu den Wahrzeichen Reykjavíks. Wenn du Zeit hast, lohnt sich auch die Fahrt auf den Kirchturm – von oben hast du einen tollen Blick über die bunten Dächer der Stadt. 

☕ In einem Café entspannen 

Nach mehreren Tagen Trekking gibt es kaum etwas Schöneres als einen guten Kaffee und etwas Süßes. Reykjavík steckt voller gemütlicher Cafés, in denen du die Eindrücke der letzten Tage noch einmal Revue passieren lassen kannst. 

🌊 Zum Sun Voyager spazieren 

Die Skulptur Sun Voyager direkt am Wasser gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Besonders am Abend ist die Stimmung dort wunderschön. 

🎵 Harpa Konzerthaus 

Auch wenn du kein Konzert besuchst, lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Harpa. Die moderne Glasfassade spiegelt je nach Wetter das Licht auf ganz unterschiedliche Weise wider und zählt zu den schönsten Gebäuden Islands. 

🍻 Den letzten Abend genießen 

Wir sind am Abend einfach ohne großes Ziel durch Reykjavík gebummelt. Nach den ruhigen Tagen im Hochland fühlte sich die Stadt fast ungewohnt lebendig an – gleichzeitig aber angenehm entspannt. Ein gemeinsames Abendessen war für uns der perfekte Abschluss einer unvergesslichen Woche. 

Rainbow Street in Reykjavík
Die bunte Rainbow Street führt auf die Hallgrímskirkja zu und gehört zu den bekanntesten Fotospots Reykjavíks.
Harpa Konzerthaus Reykjavík
Die markante Glasfassade des Harpa Konzerthauses spiegelt das Licht der Stadt und des Meeres.
Kleine Details in Reykjavík
Schlendern und süße Details entdecken
ZImtschnecken in in Reykjavík
Zimtschnecke oder so ein Teilchen sind Pflicht nach dem Trek

LESETIPP

Wenn du noch mehr in Mehrtagestouren entdecken möchtest, dann findest hier hier noch mehr Inspiration.

Mein Fazit: Würde ich den Laugavegur wieder wandern?

Ja. Jederzeit. 

Natürlich hätte ich mir gewünscht, die spektakulären Ausblicke öfter bei Sonnenschein zu erleben oder zumindest trocken. Und ja, ein bisschen Wehmut bleibt, wenn man weiß, was sich hinter den Wolken alles verborgen hat. 

Aber gleichzeitig hat uns genau dieses Wetter eine ganz andere Seite des Laugavegur gezeigt. Rückblickend sind es nicht die Regentage, an die ich zuerst denke. Es sind die Momente dazwischen. 

Ich glaube, Island hat meine Definition von Luxus verändert. Wir haben gelernt, uns über die kleinen Dinge zu freuen. Über eine warme Hütte, trockene Kleidung am Abend oder fünf Minuten Sonnenschein. Wir sind als Gruppe zusammengewachsen, haben gemeinsam gelacht, obwohl wir tagelang klatschnass waren, und Erinnerungen geschaffen, die wahrscheinlich genau deshalb so besonders sind. 

Und trotzdem hat uns die Landschaft umgehauen. 

Selbst durch Nebel und Regen war spürbar, wie gewaltig dieses Hochland ist. Schwarze Lavafelder, bunte Rhyolithberge, dampfende Quellen, Flüsse, Canyons und schließlich das satte Grün von Þórsmörk – auf kaum einer anderen Wanderung wechseln sich Landschaften so schnell und so eindrucksvoll ab. 

Ich glaube sogar, dass wir längst nicht alles gesehen haben. 

Und genau deshalb gibt mir Island das Gefühl, irgendwann zurückkommen zu müssen. Denn trotz allem hat die Reise Lust auf mehr Island gemacht. 

Meine Packtipps für den Laugavegur 

Nach fünf Tagen auf dem Laugavegur habe ich einiges gelernt. Manche Dinge würde ich genauso wieder einpacken, andere beim nächsten Mal definitiv anders machen. 

🥾 So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Jeder zusätzliche Gegenstand muss über viele Kilometer getragen werden. Überlege deshalb gut, was du wirklich brauchst. Oder buch dir über Travelbase den Gepäcktransfer

👕 Ein kompletter Satz trockene Kleidung gehört für mich immer in den Rucksack. Gut geschützt im Drybag bleibt er bis zum Camp unangetastet. Nach einem langen Wandertag in trockene Kleidung zu schlüpfen, macht einen riesigen Unterschied. 

🌧️ Regenbekleidung ist keine Option, sondern Pflicht. Ich hätte nie gedacht, dass meine Regenhose einmal zu meinem Lieblingskleidungsstück wird. Nach drei Tagen Dauerregen weiß ich: Gute Regenbekleidung macht den Unterschied. 

🎒 Drybags sind Gold wert. Auch wenn die Kleidung unterwegs feucht wird, bleiben Schlafsack, Wechselkleidung und Elektronik zuverlässig trocken. 

🥾 Meine Wanderschuhe würde ich beim nächsten Mal austauschen. Nach mehreren Tagen Regen hatte ich leider jeden Tag nasse Füße. Funktionierende Schuhe und passende Socken sind auf einer Tour wie dieser einfach unbezahlbar.  Also unbedingt vorher alles checken!

Wanderer im Gras liegend mit Aussicht
Wenn es mal trocken ist...

Häufige Fragen zum Laugavegur (FAQ) 

Wann ist die beste Reisezeit für den Laugavegur? 

Der Trail ist normalerweise von Ende Juni bis Anfang September begehbar. In dieser Zeit sind die Hochlandpisten geöffnet und die Berghütten bewirtschaftet. Trotzdem solltest du dich jederzeit auf Regen, Wind und schnelle Wetterumschwünge einstellen. 

Ist der Laugavegur schwer? 

Technisch empfand ich den Trail als gut machbar. Die eigentliche Herausforderung sind weniger die Wege als das Wetter, die Flussquerungen und das mehrtägige Wandern mit Gepäck. 

Kann man den Laugavegur auch als Anfänger wandern? 

Mit einer guten Grundkondition, Trittsicherheit und etwas Wandererfahrung auf Tagestouren halte ich den Laugavegur auch für ambitionierte Einsteiger für machbar. Wer sich die Organisation erleichtern möchte, findet mit einer geführten Tour einen guten Einstieg. 

Wie viele Flussquerungen gibt es? 

Auf dem klassischen Laugavegur erwarten dich insgesamt vier Flussquerungen. Die meisten sind unkompliziert, sollten aber immer mit Bedacht durchgeführt werden. Wasserschuhe oder Sandalen sowie Trekkingstöcke haben sich für mich definitiv gelohnt. 

Kann man das Wasser unterwegs trinken? 

Entlang des Laugavegur gibt es zwar viele Bäche, wir haben unsere Trinkflaschen aber hauptsächlich an den Hütten und Campingplätzen aufgefüllt. Dort steht sauberes Trinkwasser zur Verfügung und man muss sich keine Gedanken machen, ob das Wasser durch geothermische Quellen beeinflusst wird.

Wie übernachtet man auf dem Laugavegur? 

Entlang des Laugavegur gibt es auf jeder Etappe Campingplätze und Berghütten. 

Ich selbst habe die Tour im Zelt gemacht und würde mich auch jederzeit wieder dafür entscheiden. Es gehört für mich einfach zum Trekking-Erlebnis dazu, morgens direkt mitten in der Natur aufzuwachen. 

Wer etwas mehr Komfort möchte, kann – sofern noch Plätze verfügbar sind – auch in den Berghütten übernachten. Die Schlafplätze sind allerdings sehr begehrt, sollten frühzeitig reserviert werden und sind deutlich teurer als die Campingplätze. 

Wie sind die Campingplätze auf dem Laugavegur? 

Die Campingplätze sind einfach, aber gut ausgestattet. An jedem Camp gibt es Toiletten und in der Regel einen Aufenthaltsraum bzw für alle die zelten ein größeres Zelt, in der man sich bei schlechtem Wetter aufwärmen oder kochen kann. Teilweise stehen auch Duschen zur Verfügung (gegen Gebühr). Luxus solltest du allerdings nicht erwarten, dafür übernachtest du mitten in einer der spektakulärsten Landschaften Islands. 

Wie ist die Verpflegung auf dem Laugavegur? 

Bei The Iceland Trail von Travelbase kannst du optional Verpflegung dazubuchen. Dabei erhältst du gefriergetrocknete Mahlzeiten von The Real, die du unterwegs einfach mit heißem Wasser zubereitest. Die Menüs gibt es sowohl in einer klassischen als auch in einer vegetarischen Variante. 

Ich fand die Portionen völlig ausreichend und gerade nach einem langen Wandertag war ich froh, nicht noch groß über das Essen nachdenken zu müssen. 

An den Hütten und Campingplätzen gibt es außerdem kleine Shops, in denen du Snacks, Getränke oder Süßigkeiten kaufen kannst. Die Auswahl ist zwar begrenzt und typisch für Island nicht ganz günstig, aber für eine kleine Belohnung zwischendurch reicht sie völlig aus. 

💚 Mein persönlicher Tipp: Probier unbedingt den Kuchen in Álftavatn. Nach der ersten langen Etappe hat er für uns gleich doppelt so gut geschmeckt. 🍰 

Verpflegung auf dem Iceland Trail
Gefriergetrocknete Trekkingmahlzeiten gehören bei Travelbase zur optional buchbaren Verpflegung für den Iceland Trail.

Gibt es auf dem Laugavegur Mobilfunkempfang oder Strom? 

Der Mobilfunkempfang ist auf dem Laugavegur eher die Ausnahme als die Regel. An einigen wenigen Stellen hatten wir zwar Empfang, über weite Teile der Tour waren wir aber komplett offline. Aber da macht so eine Tour ja auch aus, oder? 

Strom gibt es auf den Campingplätzen in der Regel nicht. Plane deshalb genügend Powerbanks ein, um Handy, Kamera, Smartwatch oder GPS-Geräte während der Tour laden zu können. 

Wie bezahlt man auf dem Laugavegur? 

In Island kannst du fast überall mit Karte bezahlen – auch auf den Campingplätzen und in den Berghütten. Bargeld brauchst du während der Trekkingtour in der Regel nicht. 

Gibt es Duschen auf dem Laugavegur? 

Ja, auf einigen Campingplätzen gibt es Duschen, die gegen eine Gebühr (ca. 7 € für 5 Minuten) genutzt werden können. Klingt erst einmal kurz, aber keine Sorge: Das Wasser ist so heiß, dass fünf Minuten völlig ausreichen. 😄 

Muss ich mein gesamtes Gepäck selbst tragen? 

Das hängt davon ab, wie du deine Tour planst. 

Wenn du den Laugavegur individuell wanderst, trägst du dein gesamtes Trekkinggepäck selbst. 

Bei The Iceland Trail von Travelbase kannst du optional einen Gepäcktransport dazubuchen. In diesem Fall wird dein großer Rucksack zwischen den Camps transportiert und du wanderst nur mit einem Tagesrucksack. Wer das volle Trekking-Erlebnis möchte, kann natürlich auch sein komplettes Gepäck selbst tragen. 

💡 Mein Tipp: Überlege dir vorher, was dir wichtiger ist. Mit Tagesrucksack kannst du die Wanderung entspannter genießen. Das Gefühl, alles selbst getragen zu haben, ist aber auch etwas Besonderes. 

Meine Empfehlung 

Wenn du bis hier gelesen hast, dann weißt du inzwischen, dass ich den Laugavegur mit Travelbase auf der Reise The Iceland Trail gewandert. Da dies bereits meine vierte Reise mit Travelbase war, wusste ich schon vorher, dass Organisation und Ablauf einfach funktionieren. Ein absolutes Highlight war der Kanu-Trip in Schweden oder die Trekkingreise auf dem Peaks of the Balkan. Ein schönes Getaway vom Alltag war das Packrafting in Bayern.

Falls du den Laugavegur ohne großen Planungsaufwand erleben möchtest, kann ich dir die Tour wirklich empfehlen. Besonders gefallen hat mir, dass du selbst entscheiden kannst, ob du geführt oder individuell unterwegs sein möchtest. 

Ausklang der Wanderung

*Ich durfte die Mehrtageswanderung im Rahmen einer Kooperation mit meinen Koopertionspartner Travelbase erkunden. Alles, was du jedoch in diesem Artikel liest, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und Meinungen. 

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Ich bin Lisa. Weltenbummlerin, Abenteuerjunkie, Bergliebhaberin und vieles mehr. Wandern ist meine Leidenschaft und so versuche ich so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbingen.

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