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Personen im gras mit Aussicht

Nach einer Woche zwischen Gletschern, Bergseen und Jurten fühlt sich nach Hause kommen irgendwie komisch an. Gerade war ich noch irgendwo mitten im Tian Shan unterwegs, ohne einmal aufs Handy zu schauen, ohne die Infrastruktur, die wir sonst so gewohnt sind, und mit nichts anderem im Kopf als einfach im Moment zu sein. Und plötzlich sitze ich wieder am Schreibtisch und schneller, als ich schauen kann, hat mich der Alltag wieder. 

Kirgisistan hatte ich ehrlich gesagt lange nicht wirklich auf dem Schirm, wenn es ums Thema Reisen und Trekking ging. Das erste Mal bewusst von diesem unglaublichen Land gehört habe ich vor etwa drei Jahren. Seitdem begegnet es mir allerdings immer häufiger. Und ich habe das Gefühl, dass Kirgisistan gerade dabei ist, sich langsam einen Namen als Reiseziel für alle zu machen, die Lust auf Abenteuer, Berge und ein bisschen Abstand von den klassischen Reiserouten haben. 

Und genau deshalb war ich ziemlich gespannt, was mich auf meiner Trekking-Reise erwarten würde. 

Sieben Tage Trekking auf der Ak-Suu Traverse. Übernachtet wird in traditionellen Jurten, die Route führt durch abgelegene Täler, vorbei an Gletscherflüssen und Bergseen und mit dem Ala-Kul Pass auf knapp 4.000 Metern wartet auch ordentlich Höhe auf einen. 

In diesem Guide nehme ich dich mit auf meine Trekking-Reise durch Kirgisistan, erzähle dir von meinen persönlichen Highlights und Erfahrungen und verrate dir, was dich auf dem Kyrgyzstan Trail erwartet. 

Jurten Camp auf der Ak-Suu Traverse
Die Ak-Suu Traverse führt durch die beeindruckende Hochgebirgslandschaft des Tian Shan mit Gletschern und schneebedeckten Gipfeln.

Die Ak-Suu Traverse: Trekking durch das Herz des Tian Shan 

🥾 Dauer: 7 Tage
⛰️ Höhenmeter: ca. 5.140 hm
📏 Distanz: ca. 80 km
📍 Region: Tian Shan, Ost-Kirgisistan
⛰️ Höchster Punkt: knapp 4.000 m
🏕️ Übernachtung: Jurten & Camps
🥾 Schwierigkeit: anspruchsvolles Trekking
📵 Besonderheit: mehrere Tage unterwegs ohne klassische Infrastruktur 

Pferde grasen am Ufer eines Bergsees in Kirgisistan, umgeben von einer beeindruckenden Gebirgslandschaft.
Pferde gehören in Kirgisistan ganz selbstverständlich zum Landschaftsbild.

Wenn man Kirgisistan und Trekking googelt, landet man wahrscheinlich ziemlich schnell beim Ala-Kul Lake. Der Ala-Kul Trek ist eine 2-3 Tagestour. Und ja, der Bergsee ist definitiv eines der großen Highlights der Region. Aber für mich macht gerade die gesamte Route dorthin den Reiz der Ak-Suu Traverse aus.

Die Ak-Suu Traverse ist eine mehrtägige Trekkingroute durch die beeindruckende Bergwelt im Osten Kirgisistans. Die klassische Route startet in Jyrgalan und führt über mehrere Bergtäler und Pässe bis in die Region Altyn-Arashan und weiter über den Ala-Kul Pass Richtung Karakol. 

Auf dem Weg geht es durch abgelegene Bergtäler, vorbei an Gletscherflüssen, Bergseen, heißen Quellen und weiten Hochflächen. Und zwischendrin begegnet man immer wieder Pferden, sieht einzelne Jurten in den Tälern und läuft teilweise stundenlang, ohne ein Haus oder einen anderen Menschen zu sehen. 

Die Route führt durch den Terskey Ala-Too, eine Gebirgskette des großen Tian-Shan-Gebirges. Sie zieht sich südlich des Issyk-Kul entlang und erreicht mit dem Karakol Peak eine Höhe von 5.216 Metern. 

Und auch auf der Ak-Suu Traverse geht es ordentlich nach oben. Je nach Etappe liegen die täglichen Aufstiege zwischen rund 500 und 1.150 Höhenmetern. Der höchste Punkt der Tour ist der Ala-Kul Pass auf etwa 3.950 Metern. 

Unterwegs bekommt man deshalb ziemlich genau das zu sehen, was man sich wahrscheinlich unter Kirgisistan vorstellt: weite Täler, wilde Flüsse, schroffe Berghänge, Gletscher und schneebedeckte Gipfel. Und genau diese Kombination aus Weite, Höhe und Abgeschiedenheit macht für mich den besonderen Reiz der Tour aus. 

Das Wanderportrait der Ak-Suu-Traverse in Kirgisistan

Etappen

7 Tage

Distanz

80 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 5.150 m ↑ / 4.900 m ↓

Start & Ziel

Jyrgalan - Keldyke Gorge/Karakol

Übernachtung

einfache Jurten

Beste Reisezeit

Juni bis September

Organisation

individuell oder geführt

Die Ak-Suu Traverse individuell oder geführt? 

Grundsätzlich kannst du die Ak-Suu Traverse natürlich auch auf eigene Faust organisieren und wandern. 

Allerdings bringt eine individuelle Tour in dieser Region deutlich mehr Organisationsaufwand mit sich. Die Wege sind, anders als bei vielen bekannten europäischen Fernwanderwegen, nicht markiert. Du musst dich also selbst um Route und Navigation kümmern und auch Übernachtungen, Transfers und die Abstimmung mit den Yurt-Camps organisieren. 

Dafür bist du komplett flexibel und kannst deine Etappen, dein Tempo und deine Begleitung selbst bestimmen. 

Ich persönlich mag es aber auch sehr gerne, bei solchen Abenteuern eine gute Mischung aus Freiheit und Organisation zu haben. Deshalb war ich mal wieder mit Travelbase unterwegs, meinem persönlichen Hero No. 1, wenn es um Abenteuer- und Trekkingreisen geht. 

Bei unserer Tour waren drei Guides dabei: ein Travelbase Guide und zwei lokale Guides. Einer lief vorne, einer in der Mitte und einer am Ende der Gruppe. 

Das Schöne dabei: Du musst trotzdem nicht die ganze Zeit als geschlossene Gruppe hintereinander herlaufen. Jeder konnte sein eigenes Tempo gehen oder sich der Gruppe anschließen. Wichtig war lediglich, immer in Sichtweite eines Guides zu bleiben. 

Gerade weil die Wege nicht markiert sind, fand ich das ziemlich angenehm. Du hast die Freiheit, dein eigenes Tempo zu gehen, musst dich aber nicht alleine durch eine komplett unbekannte Berglandschaft navigieren. 

💡 Das ist bei Kyrgyzstan Trail von Travelbase inklusive

Der Grundpreis beginnt ab 890 € pro Person 

✔️ vollständige Organisation der gesamten Trekkingtour
✔️ Übernachtungen in Jurten entlang des Trails sowie Hotel in Karakol
✔️ Begleitung durch erfahrene Guides 
✔️ Trail-App mit allen wichtigen Infos
✔️ Alle Busfahrten zum/vom Trail

Optional Buchbar:

✈️ Hin- und Rückflug
🍲 Nomadenküche
🐎 Gepäcktransport mit Pferden (max. 10 kg)
🥾 Wanderstöcke
🏨 zusätzliche Übernachtungen 

Berge in beeindruckender berg-Szenerie
Türkisfarbene Bergseen gehören zu den besonderen Landschaften, die du auf der Ak-Suu Traverse im Tian Shan entdecken kannst.

Wer schwierig ist die Ak-Suu-Traverse? 

Die Ak-Suu Traverse ist eine anspruchsvolle Mehrtagestour, für die du eine gute Grundkondition mitbringen solltest.  

Du bist mehrere Tage hintereinander in den Bergen unterwegs, legst teilweise lange Distanzen zurück und bewegst dich über längere Zeit auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Dazu kommen wechselhaftes Wetter und die Tatsache, dass du dich in einer ziemlich abgelegenen Bergregion bewegst. 

Vor allem die Kombination macht die Tour anspruchsvoll. Ein einzelner Anstieg mit 800 Höhenmetern ist für viele geübte Wanderer wahrscheinlich kein großes Thema. Wenn du aber mehrere Tage hintereinander unterwegs bist, teilweise 20 Kilometer und mehr läufst und dabei immer wieder über 3.000 Meter kommst, sieht das schon etwas anders aus. 

Du musst also definitiv kein Höhenbergsteiger sein. Eine gute Grundkondition und Erfahrung mit längeren Bergwanderungen würde ich aber schon mitbringen. 

Und dann spielt natürlich auch das Wetter eine Rolle. Denn in den Bergen kannst du dich nicht darauf verlassen, dass der Wetterbericht morgens noch genauso aussieht wie am Nachmittag. 

Beste Reisezeit für Trekking in Kirgisistan 

Die Trekking-Saison für die Ak-Suu Traverse liegt grundsätzlich in den Sommermonaten, also ungefähr von Juni bis Mitte September. 

Wichtig ist trotzdem: Sommer bedeutet hier nicht automatisch T-Shirt-Wetter. 

Auf fast 4.000 Metern kann sich das Wetter innerhalb kürzester Zeit verändern. Sonne, Regen, Kälte und sogar Schnee können Teil derselben Tour sein. 

Ich war Mitte September eine der letzten Gruppen der Saison und wir hatten tagsüber teilweise noch um die 20 Grad. Nachts konnte es dagegen schon deutlich unter null Grad gehen. 

Und auch während des Tages haben wir erlebt, wie schnell sich das Wetter in den Bergen verändern kann. Gerade am Ala-Kul Pass wurde aus einer eigentlich perfekten Wettervorhersage ziemlich plötzlich Gewitter, gefolgt von Schnee. 

Wenn du die Reise planst, solltest du also nicht nur auf die Temperaturen im Tal schauen. Für die hohen Pässe und die Nächte in den Bergen brauchst du definitiv warme Kleidung und solltest auf wechselhaftes Wetter vorbereitet sein. 

Schnee am Gebirgspass im September
DAs Wetter ist sehr wechselhaft und teilweise kann man vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Hier Mitte September am Ala-Kul Pass.

LESETIPP

Wenn du noch mehr in Mehrtagestouren entdecken möchtest, dann findest hier hier noch mehr Inspiration.

Laugavegur in Island – Trekkingtour durch Islands spektakuläre Landschaften

SalzAlpenSteig: Mehrtageswanderung vom Chiemsee bis zum Hallstätter See

Unsere Route auf der Ak-Suu-Travers

Die Trekkingreise von Travelbase dauert insgesamt 10 Tage, davon sind es 7 Wandertage. Zusätzlich natürlich noch die An- und Abreise nach Karakol mit jeweils schönen Stopps unterwegs.

 

Wandertag Route Distanz Aufstieg Abstieg Gehzeit
1 Jyrgalan Terim-Tor 12 km 890 hm 20 hm 4-5 Stunden
2 Terim-Tor Boz-Uchuk 15,5 km 1.180 hm 970 hm 6-7 Stunden
3 Boz-Uchuk Djergez 10 km 550 hm 550 hm 4 Stunden
4 Djergez Ak-Suu-Schlucht 13 km 510 hm 830 hm 4-5 Stunden
5 Ak-Suu-Schlucht Altyn-Arashan 14 km 820 hm 1.100 hm 5-6 Stunden
6 Altyn-Arashan Keldike Valley 10 km 1.150 hm 20 hm 4-5 Stunden
5 Keldyke Gorge Karakol 10 km 360 hm 1.370 hm 5-6 Stunden

Meine Erfahrung & Highlights auf der Ak-Suu Traverse 

Nach den ganzen Fakten jetzt einmal raus aus dem Reiseführer-Modus. 

Denn was die Ak-Suu Traverse für mich so besonders gemacht hat, lässt sich eigentlich gar nicht in Höhenmetern und Kilometerzahlen zusammenfassen. 

Sieben Tage komplett offline 

Eine Woche lang war ich mitten in den Bergen unterwegs und hatte keinen Handyempfang, kein WLAN und dementsprechend auch keinen Blick auf Instagram, Mails oder Nachrichten. 

Und ehrlich gesagt war genau das eine der schönsten Seiten der Reise. Kein ständiges Handychecken. Kein „Ich muss noch schnell …“. Stattdessen morgens aus der Jurte steigen, Rucksack aufsetzen und loslaufen. 

Mal wieder so richtig back to the Basics und wirklich weg von allem zu sein. Teilweise sind wir stundenlang gelaufen, ohne einen einzigen Menschen oder ein Haus zu sehen. Nur Berge, Flüsse, Pferde und wir irgendwo mittendrin. 

Am Anfang fühlt es sich noch etwas ungewohnt an, plötzlich nicht mehr erreichbar zu sein. Aber nach ein paar Tagen merkt man, wie schnell man aus diesem permanenten „Was gibt es Neues?“ rauskommt. 

So sehr sogar, dass ich beinahe meinen eigenen Geburtstag verpasst hätte. 😂 

Denn während ich in den frühen Morgenstunden beobachtet habe, wie die weißen Gipfel langsam orange angeleuchtet wurden, habe ich mittags meinen „First Timer“ beim Baden in einem 3.420 Meter hohen Bergsee gefeiert und genüsslich mein Lunchpaket vor einem Gletscher gegessen. 

Irgendwann hatte ich einfach komplett mein Zeitgefühl verloren. Und ehrlich gesagt: Wann passiert das im normalen Alltag schon mal? 

Baden in einem Bergsee auf 3.420 Metern Höhe beim Trekking in Kirgisistan
Auf 3.420 Metern in einen Bergsee springen?
Wanderer vor einem imposanten Berggipfel auf der Ak-Suu Traverse in Kirgisistan
Vor diesen gewaltigen Bergen fühlt man sich plötzlich ganz klein.
Wanderin sitzt im Gras und genießt den Blick auf die Berge Kirgisistans
Einfach mal hinsetzen, durchatmen und den Ausblick genießen.

Zwischen mächtigen Gipfeln und wilden Pferden 

Die Landschaft ist dabei weniger abwechslungsreich im klassischen Sinne, sondern vor allem unglaublich weit und abgeschieden. Wir laufen durch breite Bergtäler, entlang von wilden Flüssen und über weite Hänge. Immer wieder ragen schroffe, teilweise schneebedeckte Gipfel vor uns auf und irgendwann tauchen die ersten Gletscher auf. 

Und dann sind da natürlich die Pferde. Immer wieder begegnen uns Herden, die irgendwo zwischen den Bergen unterwegs sind oder einfach mitten durch einen Fluss laufen. Dazwischenstehen vereinzelt Jurten in den Tälern. 

Ich war Mitte September unterwegs und hatte dadurch noch einen ganz besonderen Bonus: Herbst in Kirgisistan. Die ersten Berghänge leuchteten bereits in Gelb, Orange und Rot, während oben auf den Gipfeln teilweise schon Schnee lag. 

Diese Kombination fand ich unglaublich schön. Unten Herbstfarben, daneben türkisfarbene Flüsse und darüber die schneebedeckten Berge und Gletscher. 

Gruppe vor Gletscher und Bergtal
Die Weite und die beeindruckenden Berglandschaften machen das Trekking in Kirgisistan zu einem besonderen Erlebnis.
Pferd mitten in den Kirgisischen Bergen
Flussquerung über eine Brücke

Der Ala-Kul Pass

Natürlich gehört der Ala-Kul Pass zu den absoluten Highlights der Tour. 

In Altyn-Arashan treffe wir auf den Ala-Kul-Trek, eine der bekanntesten Mehrtagestouren Kirgisistans. Und plötzlich merken wir das auch. Denn während wir vorher teilweise stundenlang unterwegs waren, ohne einer einzigen anderen Wanderseele zu begegnen, ist hier plötzlich ordentlich was los. Zu Fuß und zu Pferd. 

Und ein bisschen wehmütig werden wir dabei schon. Denn so richtig auf Zivilisation sind wir nach den letzten Tagen irgendwie noch gar nicht vorbereitet. 😂 

Aber wir machen langsam. Wie es sich in dieser Höhe gehört. 

Fast 4.000 Meter, Schnee, steile Anstiege und eine Aussicht, für die sich jeder einzelne Höhenmeter lohnt. 

Wobei der Tag bei uns auch ziemlich eindrücklich gezeigt hat, wie unberechenbar die Berge sein können. Eigentlich war perfektes Wetter angesagt. Am Pass zog es plötzlich zu, es fing an zu donnern und innerhalb kürzester Zeit mussten wir wieder runter. 

Gewitter auf knapp 4.000 Metern sind definitiv kein Spaß. 

Und trotzdem gehört genau dieser Tag zu den Erlebnissen, an die ich mich wahrscheinlich noch lange erinnern werde. 

Felsige Hochgebirgslandschaft am Ala-Kul Pass in Kirgisistan.
Der Ala-Kul Pass liegt auf etwa 3.950 Metern und zählt zu den Höhepunkten des Trekkings in Kirgisistan.

Nächte in der Jurte 

Eine der Besonderheiten der Reise sind definitiv die Übernachtungen in traditionellen Jurten. 

Während der Trekkingtage schläfst du in einfachen Yurt-Camps mitten in den Bergen. Die Camps werden von lokalen Familien betrieben und geben dir einen ziemlich direkten Einblick in das Leben in dieser Region. 

Natürlich waren die Nächte in den Jurten ein Erlebnis für sich. 

Und damit meine ich nicht nur das romantische „unter dem Sternenhimmel in einer Jurte schlafen“. 

Nachts kann es dort richtig kalt werden. Wir hatten teilweise Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. So kalt, dass ich morgens erstmal gezögert habe, meinen warmen Schlafsack überhaupt zu verlassen. 😂 

Dafür bekommst du morgens die Berge direkt vor der Tür, wirst mit warmen Mahlzeiten versorgt und verbringst die Abende gemeinsam mit den anderen in der Jurte. 

Und genau diese Einfachheit fand ich irgendwie schön. Nach einem langen Wandertag braucht es plötzlich gar nicht mehr viel. Essen, ein warmer Schlafsack, ein paar Menschen zum Quatschen und draußen diese riesige Berglandschaft. 

Wanderin vor einer traditionellen Jurte in den Bergen Kirgisistans.
Während der Ak-Suu Traverse übernachten wir in traditionellen Jurten mitten in den Bergen des Tian Shan in Kirgisistan.
Blick aus dem Bett einer Jurte in Kirgisistan am Abend
Einfach, rustikal und nachts manchmal ganz schön kalt.
Blick in den Bergen
Morgens so aufwachen 🙂

Und natürlich: die Gruppe 

Ein weiteres Highlight war für mich tatsächlich die Gruppe. 

Gerade weil jeder sein eigenes Tempo gehen konnte, hat sich das Ganze nicht wie eine klassische Gruppenwanderung angefühlt. Mal war man alleine unterwegs, mal lief man zu zweit oder zu dritt, später trafen sich wieder alle. 

Und nach einem langen Tag zurückzukommen und zu sehen, wie nach und nach alle anderen eintrudeln, teilweise erst im Dunkeln, und sich wirklich alle füreinander gefreut und gegenseitig angefeuert haben, war einer dieser kleinen Momente, die man vorher nicht erwartet. 

Gerade nach sieben Tagen, in denen man so viel Zeit miteinander verbringt, entsteht dann doch ziemlich schnell dieses kleine Wir-Gefühl. 

Gruppe vor Gletscher und Bergtal
Die Weite und die beeindruckenden Berglandschaften machen das Trekking in Kirgisistan zu einem besonderen Erlebnis.

Kirgisistan abseits des Trails 

Die Ak-Suu Traverse war natürlich der Hauptgrund für meine Reise nach Kirgisistan. Aber ehrlich gesagt haben auch die Fahrten zum und vom Trail schon für einige Highlights gesorgt. 

Meerfeeling mit Bergblick am Issy-Kul-See

Denn bis wir überhaupt im Osten des Landes und damit am Ausgangspunkt unserer Trekkingtour angekommen sind, führt die Fahrt am Issyk-Kul-See entlang. Der riesige See liegt zwischen den Bergen des Tian Shan und wirkt an manchen Stellen fast wie ein Meer. Nach den ersten Stunden Fahrt tauchen immer wieder kleine Dörfer, Pferde und weite Landschaften auf, während im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel aufragen.
Nach dem langen Flug war ein Sprung in einen der größten Bergseen der Welt eine absolute Wohltat. 

Und auch nach den sieben Tagen in den Bergen war die Reise noch nicht vorbei. 

Märchenhafte Ausblicke am Fairy Tale Canyon

Auf dem Rückweg Richtung Bishkek ging es durch den Fairy Tale „Skazka“ Canyon. Der Name kommt nicht von ungefähr. Einer alten Sage nach soll hier einst ein siebenköpfiger Drache gelebt haben, der sich in eine schöne Frau verliebte. Als sie seine Liebe nicht erwiderte, soll er das Tal verflucht und schließlich dafür gesorgt haben, dass der heutige Issyk-Kul-See entstand. Der Drache selbst soll sich nach der Überflutung in Stein verwandelt haben. 

Und wenn man zwischen den roten und orangefarbenen Felsformationen steht, kann man zumindest verstehen, warum sich um diesen Ort solche Geschichten ranken. Die Felsen sehen tatsächlich ein bisschen so aus, als hätte jemand eine Märchenlandschaft mitten in die karge Bergwelt gesetzt. 

Bizarre rote Felsformationen im Fairy Tale Canyon am Issyk-Kul in Kirgisistan
Zwischen roten Felsen, bizarren Formen und immer neuen Perspektiven fühlt man sich hier fast wie in einer anderen Welt.

Mein Fazit: Würde ich wieder nach Kirgisistan reisen?

Nach einer Woche zwischen grünen Tälern, Gletschern und Bergseen plötzlich durch diese trockene, rötliche Canyonlandschaft zu laufen, hat noch einmal eine komplett andere Seite von Kirgisistan gezeigt. 

Ein bisschen bereut habe ich, dass ich meine Reise nicht verlängert habe. Gerne hätte ich noch mehr von den beeindruckenden Landschaften und der Kultur Kirgisistans kennengelernt. Denn von riesigen Bergseen über bunte Canyons bis hin zu den Hochgebirgslandschaften des Tian Shan fühlt sich Kirgisistan landschaftlich unglaublich vielseitig an.  

Die Ak-Suu Traverse hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht. 🏔️ 

FAQ: Was du über die Reise wissen solltest 

Kann man in Kirgisistan auch als Anfänger wandern?

Ja, auch als Anfänger kannst du in Kirgisistan wandern. Es gibt kürzere Wanderungen und Ausflüge, für die du keine große Trekkingerfahrung benötigst. Die Ak-Suu Traverse ist allerdings eine andere Herausforderung: Mehrere Tage hintereinander unterwegs zu sein, viele Höhenmeter zu bewältigen, über 3000 Höhenmeter meist unterwegs sein und in abgelegenen Bergregionen zu wandern, erfordert eine gute Grundkondition und Vorbereitung.

Wenn du bisher wenig Wandererfahrung hast, würde ich dir empfehlen, zunächst mit kürzeren Touren zu starten und dich langsam an längere Etappen heranzutasten. Für mehrtägige Trekkingtouren solltest du außerdem mit wechselhaftem Wetter, anspruchsvollen Wegen und einfachen Übernachtungsmöglichkeiten rechnen.

Gibt es Strom und WLAN? 

Während der Trekkingtage bist du größtenteils komplett offline. Unterwegs gibt es keinen Handyempfang. In den Jurten gibt es teilweise Generatoren, sodass abends für etwa ein bis zwei Stunden Strom zur Verfügung steht. In einigen Camps gibt es inzwischen sogar Starlink. 

Ich würde dir jedoch empfehlen, die Tage wirklich als Gelegenheit zu nutzen, mal komplett offline zu sein und einfach die Berge genießen. Nehm aber auf jeden Fall genügend Powerbanks mit, wäre zu schade, wenn du keine Bilder unterwegs machen kannst.

Wie sind die Toiletten? 

Hier solltest du definitiv keinen Hotelstandard erwarten. In den Yurt-Camps gibt es einfache Plumpsklos mit einem Loch im Boden. Auch unterwegs gibt es natürlich keine regulären Toiletten. Aber bitte ganze wichtig: Leave no trace!  

Nach ein paar Tagen gewöhnt man sich daran, aber wer bei dem Gedanken direkt Schnappatmung bekommt, sollte sich vielleicht vorher mental darauf einstellen.  

Gibt es Duschen? 

Während der Trekkingtage gibt es keine Duschen. Gewaschen wird sich je nach Möglichkeit mit Wasser aus Bächen oder Bergseen. 

In Altyn-Arashan gibt es allerdings heiße Quellen und auch die Möglichkeit zu duschen. Nach mehreren Tagen Trekking fühlt sich das dann ungefähr so luxuriös an wie ein Wellnesshotel. 

Wie sieht es mit Trinkwasser aus? 

Wasser gibt es unterwegs eigentlich reichlich. Entlang der Route findest du immer wieder Bäche und auch die Camps werden teilweise über Wasserleitungen direkt aus den Bergen versorgt. 

Trotzdem: Immer filtern und behandeln! 

Denn auch wenn das Wasser glasklar aussieht, weißt du nicht, was weiter oben am Berg passiert ist. Wir haben teilweise sogar tote Tiere in Bach und Flussnähe gesehen. Deshalb würde ich mich niemals darauf verlassen, dass das Wasser einfach so trinkbar ist. 

Ein guter Wasserfilter gehört für mich deshalb definitiv ins Gepäck. Damit kannst du unterwegs deine Flaschen auffüllen und musst nicht die komplette Wassermenge für mehrere Tage mit dir herumschleppen. Ich nutze den BeFree Aktivkohlefilter für dann wenn es mal schnell gehen soll und ansonsten verwende ich Wasserreinigungstabletten/tropfen, die ich mir in meine Trinkblase abfülle und einwirken lasse.

Was nimmt man mit? 

Auf jeden Fall gute Wanderschuhe, warme Kleidung und mehrere Schichten. Eine warme Daunen- oder Isolationsjacke, Mütze und Handschuhe würde ich auch im Sommer nicht zu Hause lassen. Dazu natürlich Regenbekleidung, Schlafsack, Stirnlampe, Trinkflasche und die übliche Trekkingausrüstung. Das Wetter kann in den Bergen schnell umschlagen, deshalb lieber auf alles vorbereitet sein. 

Wie ist die Verpflegung auf dem Kirgisistan Trail? 

Bei einer mehrtägigen Trekkingtour wie der Ak-Suu Traverse spielt die Verpflegung natürlich eine wichtige Rolle. Wir haben unsere Verpflegung über Travelbase gebucht und wurden unterwegs auch in den Jurten versorgt.

Das Essen in den Jurten war eine schöne Möglichkeit, die lokale Küche kennenzulernen. Die Mahlzeiten waren eher einfach und bodenständig, genau passend zu den Bedingungen unterwegs. Auch vegetarische Verpflegung war möglich. Da ich selbst vegetarisch esse, war mir das natürlich wichtig. Wenn du besondere Ernährungsbedürfnisse hast, würde ich dir trotzdem empfehlen, diese bereits bei der Buchung mit Travelbase abzuklären, damit die Verpflegung entsprechend eingeplant werden kann.

Für die Wanderungen selbst haben wir außerdem jeden Tag ein Lunchpaket bekommen. So hatten wir unterwegs etwas zu essen, ohne selbst Proviant für die gesamte Tour mitnehmen zu müssen.

Muss ich mein gesamtes Gepäck selbst tragen? 

Das hängt davon ab, wie du deine Tour planst. 

Wenn du den Ak-Suu individuell wanderst, trägst du dein gesamtes Trekkinggepäck selbst. 

Bei The Kirgisistan Trail von Travelbase kannst du optional einen Gepäcktransport dazubuchen. In diesem Fall wird dein großer Rucksack zwischen den Camps mit Pferden transportiert und du wanderst nur mit einem Tagesrucksack. Wer das volle Trekking-Erlebnis möchte, kann natürlich auch sein komplettes Gepäck selbst tragen. 

💡 Mein Tipp: Überlege dir vorher, was dir wichtiger ist. Mit Tagesrucksack kannst du die Wanderung entspannter genießen. Das Gefühl, alles selbst getragen zu haben, ist aber auch etwas Besonderes.

Gelb und orange gefärbte Berghänge vor schneebedeckten Gipfeln in Kirgisistan. Angaben kopieren
Im September färben sich die Berghänge im Tian Shan bereits gelb und orange, während auf den höheren Gipfeln teilweise Schnee liegt.

*Ich durfte die Mehrtageswanderung im Rahmen einer Kooperation mit meinen Koopertionspartner Travelbase erkunden. Alles, was du jedoch in diesem Artikel liest, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und Meinungen. 

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Ich bin Lisa. Weltenbummlerin, Abenteuerjunkie, Bergliebhaberin und vieles mehr. Wandern ist meine Leidenschaft und so versuche ich so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbingen.

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