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Zieletappe des SalzAlpenSteigs am Königssee

Manchmal beginnt ein neues Abenteuer mit einem ganz unscheinbaren Wegweiser. 

So war es zumindest bei mir. Als ich letzten Sommer auf dem Hochfelln in den Chiemgauer Alpen stand, entdeckte ich zum ersten Mal einen Wegweiser mit der Aufschrift „SalzAlpenSteig“. Damals wusste ich sofort: Diesen Fernwanderweg möchte ich irgendwann einmal gehen.  

Seit einigen Jahren nehme ich mir vor, mindestens einmal im Jahr eine Mehrtageswanderung direkt vor der Haustür zu machen. Gerade Bayern bietet mit seinen Bergen, Seen und Almen eine unglaubliche Kulisse. 

Ein Jahr später war es dann endlich so weit. Drei Tage war ich zwischen Ruhpolding und dem Königssee unterwegs. Mal führte der Weg durch schattige Wälder, vorbei an glasklaren Bergseen und idyllischen Almen, mal warteten aussichtsreiche Bergpfade mit Blick auf die Chiemgauer Alpen oder den imposanten Watzmann. 

mehrtagestouren dürfen auch komfortabel es: es muss nicht automatisch Hüttenlager, ein schwerer Rucksack und jeden Tag Höchstleistungen bedeuten. Auf dem SalzAlpenSteig kannst du komfortabel in Gasthöfen oder Hotels übernachten und dich trotzdem jeden Tag auf das konzentrieren, worum es beim Weitwandern eigentlich geht: Stundenlang durch die Natur wandern und nicht genau wissen, welche Ausblicke und kleinen Momente der Tag für einenbereithält. 

Auch wenn ich selbst nur einen Teil des insgesamt rund 230 Kilometer langen Fernwanderwegs gewandert bin, hat mich diese Tour neugierig auf mehr gemacht. 

n diesem Artikel nehme ich dich mit auf meine Wanderung von Ruhpolding bis zum Königssee, teile meine persönlichen Erfahrungen und zeige dir, warum sich der SalzAlpenSteig für mich als tolle Mehrtageswanderung in Bayern erwiesen hat. 

Wanderung auf dem SalzAlpenSteig
Mal gemütlich im Tal und dann wieder ewtas anspruchsvoller durch die Bergwelt

Was ist der SalzAlpenSteig?

Der SalzAlpenSteig ist ein rund 230 Kilometer langer Fernwanderweg, der vom Chiemsee über den Königssee bis zum Hallstätter See führt. Dabei verbindet er beeindruckende Berglandschaften mit der jahrhundertealten Geschichte des Salzes und führt durch Bayern, das Salzburger Land und das Salzkammergut. 

Offiziell ist der SalzAlpenSteig in 18 Etappen unterteilt. Das Besondere: Durch die vielen talnahen Übernachtungsmöglichkeiten lässt sich der Fernwanderweg ganz flexibel an die eigenen Wünsche anpassen. Egal, ob du nur ein verlängertes Wochenende Zeit hast oder die komplette Strecke wandern möchtest. 

Anders als viele alpine Fernwanderwege steht beim SalzAlpenSteig nicht das Sammeln möglichst vieler Gipfel im Vordergrund. Stattdessen erwartet dich eine abwechslungsreiche Mischung aus gemütlichen Talwanderungen, idyllischen Almen, aussichtsreichen Bergpfaden und kleinen Orten, die immer wieder zum Verweilen einladen. 

Blick von oben auf den Thumsee
traumhafter Höhenweg oberhalb des Thumsees

Der SalzAlpenSteig auf einen Blick

Das Wanderportrait der kompletten Strecke

Etappen

18 offizielle Etappen + verschiedene Tourvarianten

Distanz

230 Kilometer

Höhenunterschied

10.325 Hm ↑

Schwierigkeit

mittel

Anforderungen

Bergerfahrung, Trittsicherheit

Startpunkt

Prien am Chiemsee / Hallstatt

Für wen eignet sich der SalzAlpenSteig?

Eine Frage, die ich mir vor der Tour selbst gestellt habe: Ist der SalzAlpenSteig überhaupt etwas für mich? 

Viele verbinden Fernwandern in den Alpen mit schweren Rucksäcken, Hüttenübernachtungen und extremen Tagesetappen. Der SalzAlpenSteig zeigt aber, dass es auch anders geht. Durch die zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthöfen und Hotels sowie die verschiedenen Tourvarianten eignet sich der Fernwanderweg sowohl für mehrtägige Auszeiten als auch für längere Wanderreisen. 

Trotzdem solltest du den SalzAlpenSteig nicht unterschätzen. Je nach Etappe erwarten dich durchaus einige Höhenmeter, schmale Bergpfade und Passagen, bei denen Trittsicherheit sowie eine gute Grundkondition gefragt sind. Besonders in den späteren Etappen wird das Gelände zunehmend alpiner. 

Aus meiner Sicht eignet sich der SalzAlpenSteig besonders für alle, die bereits erste Bergerfahrung gesammelt haben und ins Fernwandern einsteigen möchten. Durch die unterschiedlichen Etappen und Varianten kannst du den Schwierigkeitsgrad gut an deine eigene Kondition und die verfügbare Zeit anpassen. 

Drohnenaufnahme einer Wanderin auf dem SalzAlpenSteig im Berchtesgadener Land.
Fernwandern bedeutet für mich nicht nur Gipfel, sondern auch diese ruhigen Momente dazwischen.

Den SalzAlpenSteig organisiert wandern

Eine Mehrtageswanderung selbst zu planen, macht Spaß, kostet aber auch Zeit. Etappen zusammenstellen, passende Unterkünfte finden, Gepäck organisieren und den Rücktransfer planen gehören schließlich ebenfalls dazu. 

Wer sich darum nicht selbst kümmern möchte, findet mit dem Reiseveranstalter Feuer & Eis Touristik verschiedene organisierte Tourvarianten auf dem SalzAlpenSteig. Je nach verfügbarer Zeit gibt es unterschiedliche Pakete, von der Kurzvariante bis hin zu längeren Touren. 

Ich selbst war auf der fünftägigen Kurzvariante von Ruhpolding bis zum Königssee unterwegs. Die Unterkünfte waren bereits gebucht und alle wichtigen Informationen wie GPS-Daten, Etappenbeschreibungen und Hinweise zur Tour erhielt ich vor Reisebeginn. Außerdem war ein Gepäcktransport bereits inkludiert.  

Meine Wanderbericht: Der SalzAlpenSteig von Ruhpolding an Königssee

Eigentlich hätte ich den SalzAlpenSteig am liebsten komplett gewandert. Da mein Kalender in diesem Sommer aber schon ziemlich voll war, habe ich mich zunächst für die Kurzvariante von Ruhpolding bis zum Königssee entschieden. Auf rund 63 Kilometern führte mich die Route in drei Tagen durch die Chiemgauer Alpen und das Berchtesgadener Land. 

Von ruhigen Waldwegen und glasklaren Bergseen bis hin zu aussichtsreichen Bergpfaden mit Blick auf den Watzmann war alles dabei. 

SalzAlpenSteig Kurz Etappe 1: Von Ruhpolding nach Inzell

Ankommen im Wandermodus 

Der erste Tag einer Mehrtageswanderung ist für mich immer etwas Besonderes.  

Nicht, weil er automatisch der schönste ist. Sondern weil er den Übergang markiert.  Vom Alltag hinein ins Unterwegssein. Man startet voller Vorfreude, checkt ständig die Karte, gewöhnt sich an den Rucksack und versucht erst einmal wieder in dieses Wandergefühl reinzukommen. 

Schon am Morgen zeigte das Thermometer hochsommerliche Temperaturen. Während ich normalerweise offene Ausblicke liebe, war ich heute über jeden Meter im Schatten froh.  

Ruhpolding bis Inzell im Überblick

Zeit

ca. 5 Stunden

Distanz

ca. 16 Kilometer

Höhenunterschied

380 Hm ↑ 330 Hm ↓

Schwierigkeit

leicht

Einkehrmöglichkeiten

Am Taubensee an der Rauschbergbahn, Gasthof Schmelz

Erste Highlights unterwegs 

Eines der ersten Highlights ließ nicht lange auf sich warten: der Taubensee. Eingebettet zwischen dichten Wäldern liegt er fast schon versteckt und war für mich der perfekte Ort für eine kleine Pause. 

Große Teile der Strecke führten durch den Wald, was die Wanderung deutlich angenehmer machte. Dazwischen eröffneten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Chiemgauer Alpen und machten Lust auf die kommenden Tage. 

Eigentlich sollte die Route am Fuß des Rauschbergs entlangführen. Aufgrund einer Wegsperrung musste ich jedoch auf eine tiefer verlaufende Alternative ausweichen. Dadurch entfielen einige der ursprünglich geplanten Wegabschnitte. 

Blick über das Tal auf der ersten Etappe des SalzAlpenSteigs zwischen Ruhpolding und Inzell.
Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke über das Chiemgauer Land.
Der Taubensee auf dem SalzAlpenSteig bei Ruhpolding.
Ein perfekter Ort für die erste Pause der Tour.
Kleine Kapelle entlang des SalzAlpenSteigs zwischen Ruhpolding und Inzell.
Unterwegs begegnet man immer wieder kleinen Kapellen und traditionellen Orten, die den Weg besonders machen.
Traditionelle Bauernhäuser entlang des SalzAlpenSteigs im Chiemgau.
Genau diese Mischung aus Bergen, Wiesen und kleinen Orten macht den SalzAlpenSteig für mich so abwechslungsreich.

Ein entschleunigter Auftakt 

Meine erste Etappe lebt nicht von spektakulären Gipfeln oder dramatischen Ausblicken. Stattdessen schenkte sie mir genau das, was ich mir von einem Start in eine Mehrtageswanderung wünsche: Zeit, um anzukommen.  

Mit jedem Kilometer habe ich den Alltag ein Stück weiter hinter mir gelassen. Die Gedanken wurden ruhiger, der Wanderrhythmus stellte sich langsam ein und ich merkte, wie gut es tut, einfach nur unterwegs zu sein. 

Nach einigen Stunden erreichte ich schließlich Inzell. Umgeben von Bergen und grünen Wiesen war der Ort der perfekte Abschluss für meine erste Etappe. 

Während ich den Tag Revue passieren ließ, freute ich mich auf alles, was noch vor mir lag. Denn eines war schon jetzt klar: Die schönsten Bergpanoramen warteten erst noch auf mich. 

Warum heißt der SalzAlpenSteig eigentlich so? 

Der Name kommt nicht von ungefähr: Über viele Jahrhunderte war Salz das „weiße Gold“ der Alpenregion und einer der wichtigsten Rohstoffe Europas. Der SalzAlpenSteig folgt historischen Handels- und Transportwegen und verbindet Orte, die eng mit der Salzgewinnung und dem Salzhandel verbunden sind, darunter Bad Reichenhall, Hallein und Hallstatt. 

Noch heute begegnet dir die Geschichte des Salzes immer wieder entlang des Weges, sei es in historischen Altstädten, alten Salinen oder Museen. Genau diese Verbindung aus Natur und Kultur macht den SalzAlpenSteig so besonders 

Informationstafel zur Salzgeschichte entlang des SalzAlpenSteigs bei Inzell.
Die Geschichte des Salzes begleitet dich auf dem gesamten Fernwanderweg.

SalzAlpenSteig Kurz Etappe 2: Von Inzell nach Bad Reichenhall 

Schon beim Loslaufen war klar: Heute würde es heiß werden. Die Sonne meinte es fast schon etwas zu gut und ich war froh über jeden schattigen Waldabschnitt. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass genau diese Etappe einige Möglichkeiten zur Abkühlung bereithalten würde.  

Inzell bis Bad Reichenhall im Überblick

Gehzeit

7-8 Stunden

Distanz

23-27 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 700 Hm ↑ 820 Hm ↓

Schwierigkeit

mittel

Einkehrmöglichkeiten

Gasthof Hotel Mauthäusl, Höllenbachalm, Zum Seewirt am Thumsee

Hitze, Wasserfälle und jede Menge Abkühlung 

Das Wasser begleitete mich über viele Kilometer hinweg und sorgte für eine angenehme Ruhe. Mit dem Weißbachfall wartete schon früh ein erstes Highlight auf mich. Während das Wasser über die Felsen rauscht, blieb ich einen Moment stehen und beobachtete das Naturschauspiel.  

Je weiter ich lief, desto näher rückten auch die Berge. Nach den eher ruhigen Kilometern des Vortags wurde die Landschaft nun abwechslungsreicher. Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke und ich merkte, wie sich der Charakter der Tour langsam veränderte. 

Mein Ziel für die Mittagspause war eigentlich die Höllenbachalm. Dort angekommen stelle ich allerdings fest: Ruhetag. Kurz musste ich schmunzeln. Natürlich genau heute. Ich hätte mich ja auch informieren können. Also mein Tipp: Schaut vorab unbedingt auf die Öffnungszeiten. 

Waldweg entlang eines Gebirgsbachs auf dem SalzAlpenSteig.
Gerade an heißen Sommertagen waren die schattigen Waldwege eine willkommene Abwechslung.
Weißbachfall entlang des SalzAlpenSteigs.
Das erste Wasser-Highlight des Tages.
Wanderin auf einer Holzbrücke über einem Gebirgsbach entlang des SalzAlpenSteigs.
Eine kleine Pause am Wasser gehört für mich zu jeder gelungenen Mehrtageswanderung.

Einer meiner Lieblingsabschnitte der Tour 

Also geht es ohne Brotzeit weiter Richtung Thumsee. 

Der Höhenweg oberhalb des Sees zählt für mich zu den schönsten Abschnitten der gesamten Tour. Zwischen den Bäumen blitzt immer wieder das türkisgrüne Wasser hervor und mit jedem Schritt wächst die Vorfreude auf eine kleine Abkühlung. 

Als ich schließlich das Ufer erreiche, ist die Entscheidung schnell getroffen. Die Wanderschuhe landen im Gras und wenig später schwimme ich im angenehm kühlen Wasser. Nach den warmen Temperaturen fühlt sich das fast wie eine kleine Belohnung an. 

Als ich schließlich das Ufer erreichte, war die Entscheidung schnell getroffen. Die Wanderschuhe landeten im Gras und wenig später schwamm ich im angenehm kühlen Wasser. Nach den heißen Kilometern fühlte sich das wie die perfekte Belohnung an und wurde zu einem meiner persönlichen Highlights des Tages. 

Höllenbachalm entlang des SalzAlpenSteigs.
Kleiner Tipp: Vorher die Öffnungszeiten prüfen. 😉
Blick auf den Thumsee vom SalzAlpenSteig.
Mein persönlicher Lieblingsabschnitt der zweiten Etappe.
Blick ins bewaldete Bergtal entlang des SalzAlpenSteigs im Berchtesgadener Land.
Mit jedem Kilometer wurde die Bergkulisse beeindruckender.

Ankommen im Purort Bad Reichenhall 

Mit neuer Energie mache ich mich anschließend auf die letzten Kilometer nach Bad Reichenhall. 

Die Stadt ist nicht nur eng mit der Geschichte des Salzes verbunden, sondern trägt auch den Titel Purort. Ein Begriff, der das Lebensgefühl hier ziemlich gut beschreibt. Zwischen Bergen, historischen Gebäuden und viel Natur lässt sich die Wanderung wunderbar entschleunigt ausklingen. Da ich erst am Abend ankam, blieb für einen Besuch der Alten Saline leider keine Zeit mehr. Trotzdem war es spannend zu sehen, wie präsent die Salzgeschichte hier bis heute ist.  Die Gradierhäuser, die historischen Gebäude und die besondere Atmosphäre erinnern daran, dass Bad Reichenhall seinen Wohlstand über Jahrhunderte dem „weißen Gold“ verdankt. 

Panoramablick auf Bad Reichenhall und die umliegenden Berge vom SalzAlpenSteig.
Bad Reichenhall liegt eingebettet zwischen Bergen und ist ein idealer Etappenort auf dem SalzAlpenSteig.
Außenansicht der Alten Saline in Bad Reichenhall.
Die Salzgeschichte begleitet dich auf vielen Etappen des SalzAlpenSteigs.

SalzalpenSteig Kurz Etappe 3: Von Bischofswiesen zum Königssee 

Heute habe ich eine Etappe übersprungen und zwei Etappen teilweise zusammengelegt. Und ganz ehrlich: What a day. 

Nicht nur wegen der unbeschreiblichen Hitze, sondern auch wegen der Ausblicke, die mich heute immer wieder sprachlos gemacht haben. 

Bischofswiesen an Königssee im Überblick

Zeit

ca. 6 Stunden

Distanz

ca. 20 Kilometer

Höhenunterschied

ca. 1230 Hm ↑↓

Schwierigkeit

Mittel - anspruchsvoll

Einkehrmöglichkeiten

Berggaststätte Söldenköpfl, Grünsteinhütte, Restaurants in Schöngau am Königssee

Die ersten Kilometer wollten allerdings nicht so recht vergehen. Schon am Morgen zeigte das Thermometer hochsommerliche Temperaturen und der erste längere Anstieg mit rund 500 Höhenmetern brachte mich ordentlich ins Schwitzen. Ehrlich gesagt habe ich unterwegs deutlich öfter von einem Sprung ins kühle Wasser geträumt als vom nächsten Höhenmeter. 

Der erste Blick

Doch dann kam dieser Moment. 

Zum ersten Mal zeigte sich der Watzmann. 

Ich liebe die Berge rund um den Tegernsee, aber als die markante Silhouette des Watzmanns vor mir auftauchte, war sofort klar: Das hier ist nochmal eine andere Dimension. Immer wieder blieb ich stehen, um die Aussicht zu genießen und die gewaltige Bergkulisse auf mich wirken zu lassen. 

Blick ins Klausbachtal während der Wanderung auf dem SalzAlpenSteig im Berchtesgadener Land.
Einer dieser Momente, in denen ich einfach stehen blieb und die Bergwelt auf mich wirken ließ.
Blick über die sanften Hügel und Wälder des Berchtesgadener Lands auf dem SalzAlpenSteig.
Der Tag begann mit weiten Blicken über die sanften Hügel des Berchtesgadener Lands.
Schattiger Waldweg auf der letzten Etappe des SalzAlpenSteigs Richtung Königssee.
Zwischen den schattigen Waldwegen wird die Vorfreude auf den Königssee mit jedem Kilometer größer.
Blick auf den Watzmann während der Wanderung auf dem SalzAlpenSteig.
Erster Blick auf den Watzmann während der letzten Etappe. Diesen Moment werde ich so schnell nicht vergessen.

Die letzten Höhenmeter 

Der Weg führte weiter zum Gasthof Söldenköpfl, wo ich eine wohlverdiente Pause einlegte, bevor es auf der gegenüberliegenden Talseite weiter Richtung Grünstein ging. Die zusätzlichen Höhenmeter waren bei diesen Temperaturen durchaus spürbar, doch die Ausblicke machten jede Anstrengung schnell vergessen. 

Kurz vor dem Gipfel erreichte ich die Grünsteinhütte. Schon von der Terrasse aus bot sich ein beeindruckender Blick auf den Watzmann. Kein Wunder, dass hier so viele Wanderer eine Pause einlegen. Ich blieb ebenfalls einen Moment sitzen, genoss die Aussicht und sammelte noch einmal Kraft für die letzten Meter. 

Oben auf dem Grünstein wurde ich schließlich mit einem Panorama belohnt, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vor mir erhob sich der Watzmann in seiner ganzen Größe, tief unter mir leuchtete der Königssee in seinem typischen Smaragdgrün und ringsherum erstreckte sich die imposante Bergwelt des Nationalparks Berchtesgaden. Einer dieser Momente, in denen man den Rucksack einfach abstellt und die Aussicht auf sich wirken lässt. 

Blick vom Grünstein auf den Königssee und den Watzmann.
Für diese Aussicht haben sich die letzten Höhenmeter mehr als gelohnt.
Grünsteinhütte mit Blick auf den Watzmann.
Kaiserschmarrn mit Aussicht
Blick vom Grünstein
Panoramablick vom Grünstein über den Königssee und die Berchtesgadener Alpen.

Ankommen am Königssee 

Der anschließende Abstieg Richtung Königssee hatte es dann noch einmal in sich. Teilweise führte der Weg recht steil bergab und verlangte nach den vielen Kilometern noch einmal volle Konzentration. Umso schöner war das Gefühl, als schließlich das türkisgrüne Wasser des Königssees immer näher rückte. Nach mehreren Tagen auf dem SalzAlpenSteig war das Erreichen des Sees ein besonderer Moment. Nicht nur wegen seiner beeindruckenden Kulisse, sondern auch, weil sich die Ankunft nach all den gelaufenen Kilometern wirklich verdient anfühlte. 

Statt direkt weiterzuziehen, gönnte ich mir erstmal eine längere Pause am Wasser. Die Füße ausstrecken, die Aussicht genießen und einfach den Moment festhalten. 

Für mich war diese Etappe ganz klar das landschaftliche Highlight der bisherigen Tour. Der erste Blick auf den Watzmann, die beeindruckende Bergwelt rund um Berchtesgaden und schließlich die Ankunft am Königssee werden mir definitiv noch lange in Erinnerung bleiben. 

Königssee als Ziel der Mehrtageswanderung auf dem SalzAlpenSteig.
Angekommen am Königssee. Zeit für eine Abkühlung.

LESETIPP

Wenn du noch mehr in Mehrtagestouren entdecken möchtest, dann findest hier hier noch mehr Inspiration.

Herbst an der Ostsee – meine Highlights, Tipps & Fotospots in Fischland-Darß-Zingst

4 Tage Genusswandern in Bayern: Meine Mehrtagestour rund um Tegernsee, Schliersee & Spitzingsee

Mein Fazit 

Nach drei Tagen war ich ehrlich gesagt ein bisschen traurig, dass die Tour schon vorbei war. Ich hatte mich gerade erst wieder an dieses besondere Gefühl gewöhnt: morgens den Rucksack schultern, loslaufen und einfach unterwegs sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein letzter Abschnitt auf dem SalzAlpenSteig war.  

Außerdem war ich schon mal vorher rund um Ramsau unterwegs, die auch Teil des SalzSalpenSteigs ist und weiß, wie schön es einfach hier ist auch diese Gegend zu erwandern. Was mir besonders gefallen hat, war die Mischung aus abwechslungsreichen Landschaften, komfortablen Unterkünften und wie immer dieses Gefühl, mehrere Tage am Stück draußen unterwegs zu sein.  

Wenn du bereits erste Bergerfahrung mitbringst und Lust auf eine Mehrtageswanderung hast, bei der Natur, Bewegung und Genuss im Mittelpunkt stehen, kann ich dir den SalzAlpenSteig von Herzen empfehlen. 

Und wer weiß… vielleicht laufe ich beim nächsten Mal einfach weiter Richtung Hallstätter See. 

Warst du schon einmal auf dem SalzAlpenSteig unterwegs oder steht die Tour noch auf deiner Bucket List? Schreib es mir gerne in die Kommentare! 

SalzAlpenSteig – Tipps und Infos für deine Reiseplanung

Anreise und Mobilität an Tegernsee

Der SalzAlpenSteig ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Da sich Start- und Zielort unterscheiden, lohnt sich eine Anreise mit der Bahn oder die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Ruhpolding, Bad Reichenhall und Berchtesgaden sind gut an das Bahn- und Busnetz angebunden. Für organisierte Touren erhältst du häufig auch Hinweise zur An- und Abreise.

Beste Wanderzeit

Die klassische Wandersaison reicht von Mai bis OktoberIn diesen Monaten sind die Wetterbedingungen am stabilsten. Der Sommer bietet angenehme Temperaturen und lange Tage, die ideal für ausgedehnte Genusswanderungen sind. Ich war Anfang Juli unterwegs und habe die Landschaft sehr genossen. An den heißen Tagen wäre ich allerdings über ein paar Grad weniger durchaus froh gewesen. 

Beschilderung und Kartenmaterial

Die Beschilderung empfand ich während meiner Tour als sehr gut. Neben den gewöhnlichen WAnderschildern ist der SalzAlpenSteig auch immer wieder an der grünen Bergsilhouette auf gelbem Grund zu erkennen. Zusätzlich hatte ich die Route auf meiner GPS-Uhr gespeichert, was ich bei Mehrtageswanderungen grundsätzlich empfehle. Feuer & Eis Touristik stellt dir detaillierte Routenpläne und GPX-Daten zur Verfügung, die du auf dein Handy laden kannst. Mit den Reiseunterlagen erhältst du zudem einen Reiseführer mit analoger Karte. 

Die Markierung des SalzAlpenSteigs weist auch auf schmaleren Waldwegen zuverlässig den richtigen Weg.
Dank der gut sichtbaren Wegweiser war ich auch ohne ständigen Blick aufs Handy entspannt unterwegs.
Wegweiser des SalzAlpenSteigs mit Richtungsangaben entlang des Fernwanderwegs.
Die Beschilderung des SalzAlpenSteigs ist durchgehend gut und machte die Orientierung unterwegs unkompliziert.

Ausrüstung und Gepäcktransport 

Zuallererst: Pack so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Denn mit leichtem Gepäck wandert es sich entspannter. Gerade bei Etappen mit 800 Höhenmetern kann ein zu schwerer Rucksack ganz schön den Genuss nehmen und ich habe lieber ein paar Kilo frei für ein paar mehr Liter zu trinken. Die leichteste Variante ist es, einen Gepäcktransfer zu nutzen und nur mit einem Tagesrucksack in die Wanderung zu starten.

Dennoch habe ich hier eine kleine Liste, was ich dabei hatte und auch wieder so einpacken würde: 

  • einen gut sitzenden Rucksack, der zudem leicht, aber geräumig ist – inkl. Regenschutz. Meine Empfehlung: der Hike Pack mit 25l von Tatonka 
  • Wander- oder Trailrunningschuhe: gut eingelaufen und wasserdicht. Meiner Meinung nach müssen sie nicht unbedingt knöchelhoch sein, aber da hat jeder seine eigenen Vorlieben. 
  • Kleidung: 2 kurzes & 1 langes Funktionshirt*, Fleece-JackeRegenjacke*, 1 lange & 1 kurze Wanderhose, 2 Paar Wandersocken, Schlafsachen, (optional Schlappen), 2 Sport-BHs, 3-4 Unterwäsche, Buff, Reisehandtuch
  • Sonnenschutz: Sonnenbrille, Sonnencreme, Kopfbedeckung,
  • mind 2 l Wasser entweder Flasche oder Trinkblase
  • Optional: Wanderstöck
  • Energie-Snacks: Nüsse, Riegel, ggfs. Energygums, Salztabletten 
  • Erste-Hilfe-Set* und nötige Medikamente, Blasenpflaster 
  • Karten & GPS: GPX Tracks offline auf dem Handy gespeichert, analoge Karte 
  • Stirnlamp
  • Hygiene: Zahnpasta, Zahnbürste, Deo 
  • Sonstiges: Kamera, Handy, Powerbank, Handwaschmittel, Bargel
  • Und gaanz wichtig wie immer: lass noch Platz für jede Menge Glücksgefühle 

Wetter

Das Wetter in den Alpen kann sehr wechselhaft sein, selbst im Sommer. Es ist wichtig, sich täglich über die Wettervorhersage zu informieren und darauf vorbereitet zu sein, dass sich die Bedingungen schnell ändern können. Sonnenschutz für heiße Tage und wetterfeste Kleidung für Regen und Kälte sollten immer dabei sein. 

Hab auch das Gewitterrisiko im Blick, denn bei Blitz und Donner am Berg zu sein, ist keine gute Idee. Sollte ein Gewitter anstehen, dann informiere dich vor Ort über Alternativen. Feuer & Eis Touristik hat z.B. in den Reiseunterlagen auch alternative Wander- oder Transportmöglichkeiten aufgelistet. 

Verpflegung unterwegs

Entlang des SalzAlpenSteigs gibt es immer wieder Almen, Gasthöfe und Restaurants, an denen du einkehren kannst. Trotzdem solltest du ausreichend Wasser und eine kleine Brotzeit dabeihaben, denn nicht jede Hütte oder Alm hat täglich geöffnet. Das habe ich selbst an der Höllenbachalm gemerkt, die ausgerechnet an meinem Wandertag Ruhetag hatte. Ein kurzer Blick auf die Öffnungszeiten vorab lohnt sich also. 

Solltest du jedoch mal zu wenig Wasser dabeihaben, rate ich dir ab einfach so das Wasser vom Bach zu trinken, da viele Almen und Weiden in der Region liegen. Am besten nimmst du einen Wasserfilter* mit oder Wasserentkeimungstabletten*, die dein Wasser säubern, bevor du es trinkst. 

Budget für deine Reise 

Du solltest auf jeden Fall genug Bargeld dabeihaben, denn die meisten Hütten (tagsüber) oder Transportmittel akzeptieren keine Kartenzahlung.  

Reiseunterlagen von Feuer & Eis Touristik für die Mehrtageswanderung auf dem SalzAlpenSteig.
Etappen, Karten und hilfreiche Tipps – mit Feuer & Eis Touristik war ich bestens auf die Tour vorbereitet.

FAQ zum SalzAlpenSteig 

Wie schwierig ist der SalzAlpenSteig?

Der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Etappe. Während einige Abschnitte gemütlich durch Täler und entlang von Seen verlaufen, erwarten dich auf anderen Etappen längere Anstiege, schmale Bergpfade und steilere Abstiege. Eine gute Grundkondition und Trittsicherheit solltest du daher mitbringen. 

Ist der SalzAlpenSteig für Anfänger geeignet?

Aus meiner Sicht eignet sich der SalzAlpenSteig gut für Wanderer, die bereits erste Bergerfahrung gesammelt haben und ins Fernwandern einsteigen möchten. Dank der verschiedenen Etappen und Tourvarianten kannst du die Tour gut an dein eigenes Können anpassen. Wer noch nie in den Bergen unterwegs war, sollte zunächst mit einfacheren Tagestouren starten.  

Feuer & Eis Touristik bietet Unterstützung in Form von detaillierten Routenplänen, GPS-Daten und Gepäcktransport an, was die Tour für Einsteiger entspannter macht. 

Kann man auch nur einzelne Etappen wandern?

Ja. Der SalzAlpenSteig eignet sich hervorragend für einzelne Etappen oder kürzere Mehrtagestouren. Ich selbst war drei Tage zwischen Ruhpolding und dem Königssee unterwegs und fand diese Variante perfekt, um den Fernwanderweg kennenzulernen.

Wie viele Höhenmeter legt man pro Tag zurück?

Je nach Etappe unterscheiden sich die Höhenmeter deutlich. Während einige Abschnitte überwiegend durch Täler und entlang von Seen verlaufen, erwarten dich auf anderen Etappen über 1.000 Höhenmeter im Auf- oder Abstieg. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Etappenbeschreibung vor der Tour. 

 

Meine persönlichen Tipps 

Lieblingsetappe: Bischofswiesen → Königssee
Beste Abkühlung: Thumsee
Schönster Fotospot: Grünstein Gipfel mit Blick auf den Königssee, Watzman, Hochkalter
Lieblingseinkehr: Grünsteinhütte 

Mein Tipp: Plane genügend Zeit für spontane Pausen ein. Gerade die Seen und Aussichtspunkte laden immer wieder dazu ein, um etwas länger zu verweilen. 

*Ich durfte die Mehrtageswanderung im Rahmen einer Kooperation mit meinen Koopertionspartnern Feuer & Eis Touristik GmbH und den Tourismusregionen erkunden. Alles, was du jedoch in diesem Artikel liest, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und Meinungen. 

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Ich bin Lisa. Weltenbummlerin, Abenteuerjunkie, Bergliebhaberin und vieles mehr. Wandern ist meine Leidenschaft und so versuche ich so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbingen.

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