Der Herbst und ich – das ist mittlerweile eine echte Lovestory. Diese Mischung aus goldenen Lärchen, klarer Bergluft, ruhigen Wanderwegen und diesem besonderen Licht… sie packt mich jedes Jahr aufs Neue. Und ehrlich: Für mich gibt es keine schönere Zeit zum Wandern.
Denn wer kennt sie nicht, diese unglaublich schönen Herbstbilder aus den Bergen, die aussehen, als hätte jemand den Sättigungsregler in der Natur einfach nach oben gedreht: goldene Lärchen, warmes Licht und dazwischen immer wieder weiß leuchtende Bergspitzen. Was lange für mich fast ein bisschen nach „zu schön, um wahr zu sein“ aussah, durfte ich die letzten Jahre selbst erleben – und stand mehr als einmal einfach nur sprachlos da.
Gerade die Schweiz hat mich im Herbst komplett überrascht. So vieles sieht auf Fotos aus wie ein Filter und ist dann in echt noch schöner.
Auf dieser Reise ging es mir nicht darum, möglichst viele Orte „abzuhaken“, sondern den Herbst wirklich in all ihren Facetten einzufangen: morgens mit kalten Fingern am Berg stehen, während die Sonne die Gipfel zum Glühen bringt, nachmittags durch raschelndes Laub wandern und abends müde, aber glücklich mit Blick auf die Berge einschlafen. Ich bin dabei an Orten gewesen, die mich völlig überrascht haben – Sonnenuntergänge auf Gipfeln, stille Wege im goldenen Wald, die ersten Schritte in die morgendliche Kälte, um über dem Nebelmeer zu stehen. Genau diese Momente sind es, die hängen bleiben. Und die ich hier mit dir teilen möchte.
In diesem Beitrag zeige ich dir Orte in der Schweiz, die sich im Herbst ganz besonders lohnen, stelle dir meine liebsten Herbstwanderungen vor und verrate dir praktische Tipps, wie du deine eigene Tour planen kannst und Ideen, wie du dir möglichst viele goldene Herbstmomente in den Rucksack packst.
Also: Pack deinen Tee, deine Wanderschuhe und deine Neugier ein und lass uns gemeinsam durch die Schweiz im Herbst reisen.

Was muss ich beim Wandern im Herbst in der Schweiz beachten?
So sehr ich den Herbst liebe – seine Farben, sein Licht, die Ruhe in den Bergen – so ehrlich muss man sagen: Der Herbst ist auch eine Übergangszeit. Und genau das macht ihn wunderschön, aber bringt auch ein paar Risiken mit sich. Mit der richtigen Vorbereitung wird deine Tour jedoch nicht nur sicherer, sondern auch entspannter und genussvoller.
Hier kommen die wichtigsten Punkte:
Im Herbst sind die Tage deutlich kürzer und das Licht verschwindet schneller, als man denkt. Ich plane meine Touren deshalb immer so, dass ich spätestens am frühen Nachmittag zurück bin oder zumindest die kritischen Höhenmeter hinter mir habe.
Merke: In Tälern wird es noch früher dunkel – und im Wald sowieso. Eine Stirnlampe gehört im Herbst deshalb immer in den Rucksack, selbst bei vermeintlich kurzen Touren.
Viele Bergbahnen, Bergrestaurants und Hütten beenden ab Mitte/Ende Oktober ihre Saison oder sind in Revision. Ich habe mir angewöhnt, am Abend vorher kurz die Website oder Google Info der jeweiligen Bahn zu checken. Gerade wenn du auf Hütten- oder Höhenwegen unterwegs bist, ist das essenziell.
Und: Auch Postbus-Verbindungen können reduziert fahren.
Der Herbst in der Schweiz kann in zwei Tagen von Spätsommer zu Wintereinbruch wechseln. Hab das Wetter bereits einige Tager vorher schon im Blick (gute Wetterseiten sind u.a. Meteosuisse, Bergfex, meteoblue), informiere dich regelmäßig und die Augen offenhalten, falls sich das Wetter schneller ändert als angekündigt.
Zudem solltest du auf folgendes achten:
- Nebel – kann wunderschön sein, aber die Sicht massiv einschränken. Hab deshalb immer eine Karte parat – egal ob digital oder auf Papier. Wichtig: wenn du nur ein Handy hast, dann speichere dir immer die Offlinekarte ab.
- Frost & Glätte am Morgen – besonders in höheren Lagen kann es auf Steinen, Stegen und Holzbrücken schnell gefährlich werden. Wanderstöcke geben dir entsprechende Sicherheit.
- Erster Schnee – auch wenn es sich im Tal noch wie Sommer anfühlt, kann es in den Bergen bereits zum ersten Schneefall kommen. Grödeln gehören bei mir – genau wie die Stirnlampe – von Oktober bis April in den Wanderrucksack. Und hab für deine Wandertouren immer einen Plan B.
- Wind – besonders auf Gipfeln und Graten deutlich stärker als im Tal. Hab entsprechend Kleidung dabei.
Wenn eine Jahreszeit fürs Zwiebelprinzip erfunden wurde, dann der Herbst.
Ich trage immer:
- Funktionsshirt (kurz oder lang)
- Fleece oder dünne Isolationsjacke
- Hardshell (Wind + Regen)
- Mütze/Stirnband + Handschuhe
- Wechselshirt, besonders für Gipfelpausen
- Warme Jacke für die Mittagspause
- Gamaschen, wenn Schnee angesagt ist
Ganz wichtig: Wetterumschwünge sind im Herbst normal – also lieber eine Schicht mehr einpacken.
Auch wenn viele Wege trocken aussehen, sind Wurzeln, Felsen und Holz immer rutschiger als im Sommer.
Deshalb:
- Gute Profilsohle
- Stöcke, besonders bei steilen oder nassen Abschnitten
- Grödel (leichte Spikes) – Gold wert bei ersten Schneefeldern bzw. gefrorenen Wegen
- Powerbank (kalte Tage = Akku schneller alle)
- Offline-Karte
Herbst ist Brunftzeit – gerade im Herbst sind Wildtiere aktiver und reagieren sensibler. Bleib auf den Wegen, halte Abstand und genieße diese Momente aus der Distanz. Das minimiert den Stress für die Tiere.

Wann ist die Herbstfärbung in der Schweiz am schönsten?
Die goldenen Lärchen sind für mich jedes Jahr DAS Highlight. Und der große Vorteil: Die Schweiz hat durch ihre Höhenlagen unterschiedliche „Peak Times“. Dadurch kannst du die Farben oft über mehrere Wochen hinweg erleben.
Die richtig ausgeprägte Färbung ist meist ab Mitte Oktober, im Süden der Schweiz sogar eher Ende Oktober/Anfang November zu erleben.
Wichtig: Die Färbung ist stark wetterabhängig. Ein früher Kälteeinbruch oder warme Wochen können alles etwas verschieben.

Herbstwandern in der Schweiz
Genug geredet, kommen wir zu dem Teil, der dich vermutlich am meisten interessiert: Meine Wandervorschläge. Ich habe die Touren im folgenden nach Regionen aufgeteilt.
Herbstwanderungen in Luzern – Vierwaldstätter See (UNESCO Biosphäre Entlebuch)
Wenn man an die Schweiz denkt, hat man oft zuerst die ganz großen Postkartenmotive vor Augen: hohe Gipfel, Gletscher, türkisfarbene Seen. Aber manchmal sind es die stilleren Regionen, die einen am meisten überraschen. Genau so ging es mir mit der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Eine Region, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken kann, aber doch so eine schöne Vielfalt bietet.
Das Entlebuch liegt westlich von Luzern und ist seit 2001 offiziell UNESCO-Biosphäre. Das bedeutet: besondere Landschaften, besondere Artenvielfalt und ein bewusst schonender Umgang mit der Natur.
Flühli
Wanderung zum Chessiloch
Meine erste Tour im Entlebuch führte mich nach Flühli – ein kleiner Ort, der perfekt gelegen ist, um die Region zu erkunden.
Übersicht der Herbstwanderung zum Chessiloch
Die Wanderung zum Chessiloch ist relativ kurz, aber der perfekte Einstieg in eine Schweiz Reise und super als kurze Halbtagestour am Nachmittag oder morgen bevor es weitergeht.
Der Weg führt dich über Wiesen und Waldstücke, vorbei an der Kneippanlage bis du irgendwann das Rauschen des Wassers hörst und unter der Hängebrücke stehst. Von hier führt ein kleiner Pfad tiefer in die Schlucht bis zum Wasserfall.
Ich liebe solche Wege, die nicht spektakulär im Sinne von „hoch hinaus“ sind, aber einen trotzdem durch diese schöne sanfte Herbstlandschaft bringen.
Übernachtungstipp: Hotel Kurhaus Flühli



Brienzer Rothorn/Sörenberg
Nach dem entspannten Start im Entlebuch führte mich mein Weg weiter Richtung Brienzer Rothorn. Das Brienzer Rothorn ist mit 2.350 Metern der höchste Gipfel im Berner Oberland, erreichbar sowohl zu Fuß als auch bequem mit der Bergbahn von Sörenberg aus oder der historischen Dampfbahn von Brienz. Die Aussicht über den Brienzersee, die umliegenden Alpen und das Tal des Rothorns macht den Berg zu einem der spektakulärsten Aussichtspunkte der Schweiz.

Fototrail Brienzer Rothorn
Während ich in Flühli noch im Nebel stand, erwartete mich am Gipfel strahlendes Herbstwetter. Der Fototrail ist ein wunderschöner, entspannter Wanderweg, der nicht nur zu den schönsten Fotospots führt, sondern auch einen kleinen Crashkurs in Sachen Fotografie bietet.
Start des Fototrails is direkt an der Bergstation der Sörnebergbahn. An sechs verschiedenen Spots kann man spielerisch mit Perspektiven, Licht und spannenden Objekten experimentieren – perfekt für alle, die das Fotografieren lieben oder mal ein bisschen tiefer eintauchen möchten.
Vom Brienzer Rothorn führt der Weg weiter zum Berghaus Eisee, mit traumhaften Ausblicken auf Eiger, Mönch und Jungfrau und die umliegenden Gipfel. Noch liegt der Brienzersee unter einer dicken Wolkendecke verborgen, aber das macht die Stimmung nur noch magischer.



Sonnenuntergang am Brienzer Rothorn
Ich habe mich entschieden, im Berghaus Eisee zu übernachten. Und wenn man schon so nah am Gipfel ist, kann man den Sonnenuntergang natürlich nicht verpassen. Während sich die meisten Touristen schon wieder auf den Weg ins Tal machen, genieße ich die Ruhe hier oben. Die Sonne sinkt langsam hinter den Bergen, taucht alles in warmes Licht. Ein Gefühl von Dankbarkeit kommt in diesem Moment auf und ich freue mich einfach nur auf die nächsten Tage.
P.S. wenn ihr die Augen offenhaltet, stehen die Chancen sogar gut, dass ihr Steinböcke zu Gesicht bekommt.



Sonnenaufgang am Brienzer Rothorn
Das Schöne im Herbst: Man muss nicht allzu früh aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Vom Berghaus ist es nur eine knappe Stunde bis zum Gipfel. Also rein in die Wanderschuhe und ab durchs Dunkel.
Es ist eisig kalt, aber als die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht wärmen, eröffnet sich mir das Panorama, das mir gestern noch verwehrt blieb: der Brienzersee, die umliegenden Berge – ein Blick, der alles andere vergessen lässt. Auch wenn das Stehen über dem Nebelmeer ein magischer Moment ist, ist dieses Erlebnis noch einmal ein ganz besonderes Highlight.
Herbstwandern im Tessin
Das Tessin hat für mich etwas Magisches. Vielleicht, weil hier italienisches Lebensgefühl auf alpine Landschaften trifft. Vielleicht auch, weil die Herbstfarben sich mit Dolce Vita und Palmen abwechseln. Oder weil man hier im Herbst in vollkommener Ruhe unterwegs sein kann.
Locarno & Ascona
Herbstglück am Lago di Salei
Ich weiß nicht, wann mich eine Wanderung zuletzt so sehr berührt hat wie diese. Und das, obwohl das Wetter eigentlich alles andere als perfekt war. Graue Wolken, Nebel, diffuse Sicht – normalerweise nicht die besten Voraussetzungen. Aber vielleicht war es genau deshalb so intensiv.

Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer: Erst schlängelt sich der Bus durch die bunt leuchtenden Hänge des Osernonetal – ehrlich, mit dem Auto hätte ich wahrscheinlich mehrmals geschwitzt, aber der Busfahrer war ziemlich unbeeindruckt. Mit einer Seelenruhe, die fast schon meditativ war, fährt er Kurve für Kurve durch diese Farboase. Ich sitze am Fenster, presse meine Nase beinahe an die Scheibe und komme aus dem Staunen nicht heraus.
Von der Endhaltestelle geht es weiter mit der Seilbahn Richtung Alpe Salei. Oben angekommen erwartet mich eine kleine Welt, genau die dich ich Kopf habe, wenn ich an den Herbst in der Schweiz denke: bunte Lärchen, so als hätte jemand an den Farbtöpfen gespielt.
Von hier habe ich mein erstes Ziel im Blick: Die Alpe Salei, die heute ihren letzten Tag hat. Dahinter in den Bergen im Nebel befindet sich der Lago Salei. Ich kehre ein und hoffe, dass sich die Wolken nochmals lösen.

Hochgefühl zwischen leuchtenden Lärchen
Ich gebe zu – im ersten Moment war ich etwas enttäuscht. Ich hatte mich auf goldenes Lärchenleuchten in der Sonne am See gefreut. Aber mit jedem Schritt tiefer in den Lärchenwald war ich einfach so fasziniert von dem orangen gelben Schauspiel. Nach ca. 45 Minuten bin ich dann schon da und mit mir dieses Gefühl… so eine heftige Mischung aus Dankbarkeit, Ruhe und Überwältigung, dass ich wirklich ein paar Tränen verdrücken musste.
Vielleicht kennt ihr das: Momente, in denen alles zusammenkommt – die Umgebung, die Stimmung, der eigene Kopf – und man einfach nur spürt, wie gut einem das gerade tut. Genau das war einer dieser Momente. Puh, das bei Sonne hätte vermutlich mein Nervensystem nicht gepackt 😉
Wer möchte, kann nun denselben Weg zurücknehmen. Mein Weg führt mich über den Kamm und auf der anderen Seite zurück nach Spruga mit den schönsten Ausblicken. Das ist definitiv auch wieder so eine Wanderung, bei der man nicht möchte, dass sie endet.



Hinweis: Achtet auf die Öffnungszeiten. Sowohl die Alpe als auch die Seilbahn sind nur bis etwa Mitte Oktober geöffnet. Mehr Infos findet ihr hier.
Sowie auf die Busfahrtzeiten.
Mit dem Ticino Ticket, dass ihr bei allen Teilnehmenden Partnerunterkünften erhaltet, bekommt ihr 20 % Rabatt auf die Seilbahn zur Alpe Salei – lohnt sich absolut!
Herbstliche Spaziergänge am Lago Maggiore
Zurück im Tal lohnt sich auf jeden Fall ein Bummel durch die charmanten Städte Locarno und Ascona, um ein bisschen italienisches Flair und Kulinarik einzuatmen. Ich liebe diese Orte gerade im Herbst: die Luft ist klar, die Promenaden am See leerer, das Licht weich und golden.
Übernachtungstipp: Hotel Rio Garni, direkt am Bahnhof. Einfaches Hotel, aber sehr sauber, nettes Personal und super Ausgangslage.
Restaurant-Empfehlungen:
Ristorante Fiorentina, Locarno
Albergo Carcani, Ascona
Bellinzona
Bellinzona ist vor allem für ihre imposanten Burgen bekannt, die die UNESCO-Welterbe-Auszeichnung tragen – ein absolutes Muss, wenn man im Tessin unterwegs ist.

Wanderung über die Tibetische Brücke Carasc
Mein Highlight hier: die Tibetische Brücke Carasc, eine Hängebrücke, die über eine tiefe Schlucht führt und ein wenig Nervenkitzel mit fantastischen Aussichten verbindet.
Übersicht der Wanderung über die Tibetische Brücke Carasc
Ausgangspunkt der Wanderung ist Cruzútt, das autofreie Dorf erreichst du mit der Seilbahn Richtung Monte Carasso, buch unbedingt voran dein Ticket und den Zeitslot.
Startest du erst zur Mittagszeit empfehle ich dir, erst noch im Restaraunt Cruzutt einzukehren. Sehr leckere regionale Küche in wirklich schönem Ambiente auf der Terasse.
Der Weg führt von hier durch einen schönen gepflasterten Kastanienwald bis zur Kirche San Bernardo mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Immer wieder eröffnen sich beeindruckende Aussichten auf das Tal von Bellinzona, die umliegenden Berge und die sanften Hügel der Region.
Ein schöner Pfad führt mich bergauf zur Hängebrücke. 130 Meter schwebt man hier über der herbstlichen Landschaft. Auf der Brücke zu stehen ist ein kleiner Nervenkitzel, aber die Aussicht ist atemberaubend.
Der Abstieg zieht sich leider sehr lange durch den Wald ohne große Aussichten. Erst im unteren Tal öffnet sich dann der Blick auf die Weinberge und umliegenden Berge. Wunderschön.



Festung Bellinzona
Schließlich geht der Weg hinunter ins Stadtzentrum von Bellinzona, wo man die historischen Burgen und die Altstadt erkunden kann. Wer möchte, kann die Tour hier noch verlängern oder gemütlich in einem Café den Ausblick genießen.
Übernachtungstipp: Hotel Internazionale Bellinzona

Herbstandern im Wallis
Das Wallis ist für mich immer wieder ein ganz besonderes Ziel. Zwischen mächtigen 4000er-Gipfeln, stillen Tälern und glitzernden Bergseen fühlt man sich hier oft wie in einer anderen Welt. Gerade im Herbst, wenn die Landschaft in goldene, rote und orange Töne getaucht wird, offenbart das Wallis seinen ganz eigenen Reiz. Die klare Bergluft, die Ruhe der Natur und die unzähligen Möglichkeiten für Wanderungen machen diese Region zu einem Paradies für alle, die Bergmomente bewusst erleben wollen.
Vercorin & Vallon de Réchy
Mein erster Halt im Wallis war das charmante Bergdorf Vercorin, hoch über dem Rhonetal gelegen. Der idyllische Ort fasziniert mit einer tollen Lage. Es lohnt sich hier durch den Ort zu Bummeln oder einen der gemütlichen Wanderwege entlang der Wasserwege zum Einstieg zu erkunden.

Herbstfärbung am Lac du Louché
Vom Crêt du Midi führt die Wanderung durch das Vallon de Réchy, einem der letzten naturbelassenen Hochtäler der Schweiz.
Übersicht der Herbstwanderung zum Lac du Louché
Die Wanderung beginnt auf gut ausgebauten Pfaden, überall um mich herum leuchten die bunten Lärchen in herbstlichen Farben – ein echtes Farbfeuerwerk! Immer mit Blick ins Tal geht es in leichtem bergab tiefer hinein Richtung Talschluss. Dann erreiche ich die faszinierende Moorlandschaft Arc du Tsan. Von hier an gilt es nun, die Höhenmeter wieder wettzumachen und dem Hochtal entlang weiter Richtung Talabschluss aufzusteigen.
Schritt für Schritt wandere ich durch über die Flachebene und ich frag mich, ob ich an diesem schönen Herbsttag tatsächlich die einzige Person hier bin.



Schließlich erreichte ich den Lac du Louché, einen stillen Bergsee, der das umliegende Tal wie ein Spiegel widerspiegelt. Traumhaft schön und eigentlich viel zu schade, um nach einer Stunde bereits den Rückweg anzutreten.
Ich habe die Wanderung bewusst gegen den Uhrzeigersinn gemacht – so hat man die schönsten Perspektiven auf den See und das Tal während des Rückwegs. Unterwegs lohnt es sich, immer wieder stehen zu bleiben, Fotos zu machen oder einfach nur die Ruhe zu genießen.
Übernachtungstipp: Hostellerie D’Orzival, Vercorin – ein älteres Haus mit ganz viel Charme und einer traumhaften Aussicht über das Tal



Aletsch Arena – Herbstwanderung
Die Aletscharena hat mich schon so lange gereizt. Sie zählt zu einer der spektakulärsten Bergregionen der Schweiz und ist UNESCO-Welterbe. Das Gebiet ist bekannt für seinen beeindruckenden Aletschgletscher, alpine Wälder und das einmalige Panorama auf die Viertausender der Walliser Alpen.
Herbstwanderung durch den Aletschwald
Eigentlich hatte ich eine Wanderung durch den Aletschwald geplant, die besonders im Herbst unglaublich schön sein soll: leuchtende Lärchen, goldene Blätter und immer wieder kleine Aussichtspunkte auf den Gletscher.
Aber gerade im Herbst muss man mit allem rechnen. Und so hat mir ein plötzlicher Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht, und die Wanderung wurde auf Eis gelegt.
Anstelle der Wanderung durch den Wald habe ich einen entspannten Spaziergang um den Bettmersee gemacht. Auch hier war der Herbst allgegenwärtig: die bunten Büsche und Bäume, die sich zwischen der leichten angezuckerten Landschaft zeigt.

Gletscherblick am Eggishorn
Aber selbst das „Umplanen“ hatte seinen Charme. Zwischen den ganzen dichten Wolken habe ich es tatsächlich geschafft den Blick auf den beinruckenden Aletschgletscher zu bekommen.
Vom Gipfel schweift der Blick weit über das Wallis, den Aletschgletscher und die umliegenden Viertausender. Selbst das Matterhorn hat sich in voller Pracht gezeigt.
Trotz der Wetteränderung kann ich die Region wärmstens empfehlen. Wer etwas mehr Zeit hat und die ursprüngliche Tour durch den Aletschwald machen kann, wird mit spektakulären Aussichten, leuchtenden Wäldern und beeindruckender Gletscherlandschaft belohnt – ein absoluter Herbsttraum!
Unterkunftstipp: Panorama Hotel & Restaurant, Bettmeralp


Saas-Fee
Meine allererste erste Herbstreise in der Schweiz hat mich nach Saas-Fee gebracht und mich vollkommen Sprachlos gemacht. Deshalb darf sie hier nicht fehlen. Umgeben von 18 Viertausendern und etlichen Lärchenwälder schlägt hier auf jeden Fall jedes Outdoorherz höher.

Dorfrundweg Saas-Fee
Dass es nicht immer hochhinaus gehen muss, aber man dennoch komplett überwältigt ist, zeigt auch diese entspannte Dorfwanderung rund um Saas-Fee.
Übersicht der Herbstwanderung auf dem Dorfrundwanderweg
Ein ruhiger Start in Saas-Fee führt entlang des malerischen Dorfrunds, vorbei an den traditionellen Walliser Spycher Häuser hinein in die gold leuchtenden Lärchenwälder, die selbst ohne Sonne eine wunderschöne Stimmung ausstrahlen.
Nach einem kurzen, angenehmen Aufstieg wartet das Bergrestaurant Alpenblick mit den ersten Ausblicken auf die Bergwelt. Anschließend führt der Weg über die andere Seite des Dorfs hinunter und schließlich hinauf zum Gletschersee, wo sich die Wolken langsam zurückziehen und den Blick auf den Feegletscher freigeben. Die herbstliche Farbenpracht rund um den inzwischen trockengelegten See raubt mir fast den Atem – unzählige Lärchen, leuchtend gelb, eingerahmt von Gletscher, Felsen und dazu diese wohlige Stille. Als die Sonne dann plötzlich die Wolken durchbricht und die Landschaft in ein goldenes Leuchten taucht, steht für einen Moment die Zeit still.
Unterkunftstipp: Les Amis, Saas-Fee

Almageller Höhenweg
Für mich gehört er zu den schönsten Höhenwegen der Schweiz: der Almageller Höhenweg
Übersicht der Herbstwanderung auf dem Almageller Höhenweg
Der Almageller Höhenweg startet am Kreuzboden, wo man nach der Gondelfahrt bereits im goldenen Farbenmeer der Lärchen steht. Ein kurzer Abstecher zum kleinen Bergsee lohnt sich unbedingt – bei Windstille spiegelt sich die Mischabelkette im Wasser, ein perfektes Postkartenmotiv. Danach führt der eigentliche Höhenweg auf rund 2.400 Metern Höhe sanft über die Alpenblumen-Promenade, die jetzt im Herbst zwar ohne Blumen auskommt, aber dafür mit strahlenden Lärchenhängen und einem unglaublichen Panorama punktet. Jeder Schritt eröffnet neue Ausblicke auf die umliegenden 4000er – Dom, Täschhorn, Alphubel und viele mehr.
Nach etwa zweieinhalb Stunden wechselt das Panorama und der Blick fällt ins Almagellertal. Die Almagelleralp liegt wunderschön eingebettet in einer offenen Mulde – auch wenn sie in der Nebensaison geschlossen ist, lädt sie zu einer kurzen Pause ein. Anschließend führt der Abstieg entweder über den alten Militärweg in Serpentinen zurück nach Saas-Almagell.

Praktische Reisetipps für deinen Herbst in der Schweiz
Zug statt Auto
Wenn du die Schweiz im Herbst bereisen möchtest, kann ich dir nur eine Sache ans Herz legen: Reise entspannt. Und für mich bedeutet das – Zug statt Auto. Die Schweiz ist nicht ohne Grund ein echtes Zugland und macht es dir unglaublich einfach, auch entlegene Wanderregionen ohne Stress zu erreichen.
Die Schweiz hat eines der effizientesten und schönsten Bahnnetze Europas.
Nicht nur, dass über 90 % der Züge mit Strom aus Wasserkraft fahren – Bahnreisen sind hier einfach ein Genuss. Du sitzt am Fenster, schaust auf türkisfarbene Seen, bunte Lärchenwälder oder auf mächtige Gipfel, während du ganz entspannt von Region zu Region reist.
Der Swiss Travel Pass – mein persönlicher Schweiz-Hack
Mit dem Swiss Travel Pass bist du super flexibel unterwegs. Ich musste mir keinerlei Gedanken machen, welche Region als Nächstes kommt oder wie ich irgendwo hinkomme – ich bin einfach eingestiegen und losgefahren.
Das bekommst du mit dem Pass:
- unbegrenztes Reisen mit Bahn, Bus & Schiff
- zahlreiche Bergbahnen inklusive oder vergünstigt
- freier Eintritt in über 500 Museen
- perfekte Taktung & schnelle Verbindungen
- stressfreies Umsteigen – auch zu abgelegenen Tälern
Gerade wenn du – wie ich – mehrere Regionen kombinierst, lohnt sich der Pass extrem.
Er ist erhältlich für 3, 4, 6, 8 oder 15 Tage, je nach Länge deiner Reise.
Welche Ausrüstung benötige ich für meine Herbstwanderungen in der Schweiz?
Gerade im Herbst ist die Kleidung extrem wichtig, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Wenn du gerade noch im dünnen Layer in der Sonne gewandert bist, kann es nur ein paar Meter weiter im Schatten frostig kalt sein.
Das wichtigste bei Herbstaktivitäten in der Kälte: Trockenbleiben! Und lieber frühzeitige eine Schicht ablegen, bevor man zu sehr ins Schwitzen kommt.
Welche Ausrüstung ich immer dabei habe:
- Tagesrucksack 20-40l* (er sollte genug Platz für Wasser, Lunchbox, Isolationsjacke, ggfs. Kamera haben) *Bei Tatonka sparst du mit dem Code „abenteuermomente“ 20% auf alle nicht reduzierten Artikel (ausgenommen Zelte).
- Regenschutz für den Tagesrucksack
- Wanderstöcke* (absolut zu empfehlen im Winter)
- Trinksystem* / Wasserflasche*
- Thermoskanne* mit warmem Getränk
- Sonnencreme
- Sonnenbrille
- Wanderkarte oder App
- Erste-Hilfe-Set*
Kleidung:
- Wasserfeste, warme Wanderschuhe mit guter Sohle
- Base-Layer* (aus z.B. Merinowolle)
- Mid-Layer
- Isolationsjacke*
- Shell-Jacke* (Wasser- und Winddicht)
- Buff*/Halstuch
- Wanderhose* (atmungsaktiv, wasserabweisend, winddicht)
- Grödeln*
Technik:
- Kamera* inkl. Speicherkarten
- Tripod*/Reisestativ*
- Handy
- Powerbank*
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