Das schönste Hochtal Österreichs… Türkisblaue Seen, sanfte Wiesen und markante Gipfel zieren das Landschaftsbild des 20 Kilometer langen Tals zwischen Allgäuer Alpen und Lechtal und ziehen sowohl im Sommer als auch Winter Outdoorbegeisterte an. Aber auch Erholungssuchende und Wellness-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.
Das erste Mal mit dem Tannheimer Tal in Berührung gekommen bin ich tatsächlich über eine Jobanzeige. Kurz gegoogelt und schon war meine Berwerbung verschickt. Keine 2 Monate später habe ich meine Wohnung in Tannheim bezogen.
Mit dem Tannheimer Tal verbinde ich eine unglaublich schöne Zeit, die zwar recht kurz, aber dafür umso intensiver war. Denn ich habe hier die Corona-Zeit verbracht. Manchmal frage ich mich, ob ich es überhaupt laut sagen darf, aber das war die schönste Zeit. Denn ich hatte so viel Zeit dieses wundervolle Tal zu entdecken und zu erwandern. Umgeben von den imposanten Gipfeln der Allgäuer Alpen gibts es hier die schönsten Wandertouren für jedes Level. Irgendwie scheinen hier die Kuhglocken noch langsamer zu läuten.
Damit auch ihr in den Genuss dieser unglaublich schönen Region kommen könnt, kommen hier meine schönsten Wandertouren im Tannheimer Tal.

Fakten über das Tannheimer Tal
Wo liegt das Tannheimer Tal?
Das Tannheimer Tal liegt im Nordosten Tirols direkt an der Grenze zu Deutschland und nur einen Katzensprung von Füssen entfernt. Es gilt als eines der schönsten Hochtäler Europas. Auf rund 1.100 Metern Höhe erstreckt es sich über 16 Kilometer und ist von den Allgäuer Alpen und den Tannheimer Bergen eingerahmt. Der höchste Berg im Tannheimer Tal ist das Gaishorn mit einer Höhe von 2.247m.
Das Tannheimer Tal in Zahlen
- Über 300 Kilometer markierte Wanderwege
- Mehr als 2.000 Kilometer Bikespaß, davon 22 Tour mit 2.500 Klometern und für Mountain- und Gravelbikes warten 15 Touren mit 150 Kilometern
- Mehr als 30 bewirtschaftete Almen und Hütten
- Höchster Gipfel: Gaishorn 2.247 m
- 4 Klettersteige und 10 Mehrsseillängengebiete
Die schönsten Wanderungen im Tannheimer Tal
Bist du bereit? Dann Wanderschuhe geschnürt, Rucksack geschultert und los gehts!
Wandertipp #1: Die Drei Seen Wanderung
Übersicht der Drei Seen Wanderung
Eine der bekanntesten und schönsten Touren im Tannheimer Tal und das zu Recht! Die Wanderung führt gleich zu drei Juwelen: dem Vilsalpsee, dem Traualpsee und dem Lachensee. Dennoch sollte die Tour nicht zu unterschätzen sein.
Diese Runde ist eine der klassischen Genusstouren im Tannheimer Tal und trotzdem nicht zu unterschätzen.
Gestartet wird meist an der Talstation in Tannheim. Von dort kann man entweder direkt hinaufwandern oder bequem mit der Bergbahn aufs Neunerköpfle fahren. Schon hier eröffnet sich ein grandioses Panorama ins Tal.
Vom Gipfel geht es in stetigem Auf und Ab über einen sanften Höhenweg in Richtung Lache. Den Abstecher zur Schochenspitze solltest du unbedingt mitnehmen, denn hier ist für mich der schönste Ausblick der Tour. Wenn du davor noch etwas Energie und Lust hast, kannst du auch noch die Sulzspitze vorher mitnehmen (ca. 45 Minuten länger).
Weiter führt der Weg bergab bis zur Landsberger Hütte, die malerisch an der Lache mit Blick auf den Traualpsee liegt. Mit Drahtseilen gesichert geht es ein kurzes Stück hinunter zum See. Es ist nichts Schwieriges, aber man sollte doch trittsicher sein und wie immer gutes, bergfähiges Schuhwerk anhaben. Auch der weitrer Abstieg in Richtung Vilsalpsee erfordert etwas Konzentration, aber die Ausblicke sind atemberaubend. Angekommen am Vilsalpsee erwartet dich eine Postkarten-Atmosphäre und nach eine ziemlich sonnenausgesetzen Wanderung auch eine perfekte Abkühlung.
Von hier kannst du den Tannheimer Alpenexpress zurück nach Tannheim nehmen, solltest du noch bisschen Energie übrighaben, führt aber auch ein schöner Weg zurück ins Tal.

Wandertipp #2: Neunerköpfle und Strindental
Übersicht der Wanderung auf das Neunerköpfle
Das Neunerköpfle ist der Hausberg von Tannheim und ist ein beliebtes Ausflugsziel im Tal. Kein Wunder, schließlich ist der Gipfel recht einfach mit der Gondel zu erreichen und man wird in kurzer Zeit mit einem traumhaften Rundumblick belohnt: Vilsalpsee, Rote Flüh, Haldensee, Aggenstein, Einstein,… ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber schaut es euch am besten doch selbst an.
Eine wunderschöne Runde führt über die Strindenalm und der Edenbachalm hinunter Richtung Haldensee. Lohnenswert ist der Blick in den Strindenbach Tobel. Von hier geht es in gemütlicher Strecke zurück nach Tannheim.



Wandertipp #3: Über das Gimpelhaus zur Roten Flüh zur Schneetalalm
Übersicht der Runde zur Schneetalalm über die Rote Flüh
Eine absolute Königstour im Tal! Vom Parkplatz in Nesselwängle führt der Weg über schöne Almwiesen hinauf zum Gimpelhaus (1.659 m), das schon von Weitem zu erkennen ist. Im Hintergrund die schroffen Felswände der Roten Flüh, Gimpel, Kellenspitze. Auch die Tannheimer Dolomiten genannt. Von hier aus eröffnen sich viele Optionen:
- Rot Flüh (2.108 m): Der Aufstieg führt über steilere, teils drahtseilversicherte Passagen bis zum markanten Gipfel. Gerade nach Regen kann es hier sehr rutschig sein. Jedoch ein schönes Highlight für erfahrene Bergsteiger.
- Schneetalalm (1.650 m): Wer es gemütlicher möchte, kann vom Gimpelhaus hinüberwandern zur urigen Schneetalalm – perfekt für eine Einkehr mit Hüttencharme.
Oder aber ihr kombiniert beide Varianten. Lohnt sich allemal.



Wandertipp #4: Aggenstein & Bad Kissinger Hütte
Übersicht der Wanderung auf den Aggenstein
Wer es gerne etwas anspruchsvoller mag, der findet mit der Wanderung auf den Aggenstein eine wunderschöne Wandertour. Sicher kein Geheimtipp mehr, aber auch ein toller Gipfel.
Der Aggenstein (1.986 m) ist einer der beliebtesten Gipfel im Tannheimer Tal – und entsprechend selten ist man mal allein am Gipfel. Mit der Bergbahn aufs Füssener Jöchle spart man den langen Anstieg von unten und kann die Tour entspannt angehen. Von der Bergstation führt der Weg zunächst über sanfte Almwiesen und einen aussichtsreichen Pfad zur Bad Kissinger Hütte. Ab hier wird der Pfad etwas felsiger und erfordert Trittsicherheit, bevor man nach rund 2 Stunden das Gipfelkreuz erreicht.
Am Gipfel eröffnet sich ein grandioser Blick auf die Allgäuer Alpen, den Forggensee und bei klarer Sicht bis zur Zugspitze.
Der Abstieg erfolgt in Serpentinen hinab nach Grän.



Wandertipp #5: Einstein
Übersicht der Wanderung auf den Einstein
Der Einstein ist so etwas wie der „Hausberg“ von Tannheim – markant, aussichtsreich und ein echtes Highlight.
Start ist meist in Tannheim, von wo aus der Weg gleich ordentlich ansteigt. Durch Wälder und über Wiesen geht es in Serpentinen bergauf, bis man den felsigen Gipfelbereich erreicht.
Der letzte Abschnitt ist steil und erfordert Trittsicherheit, lohnt sich aber allemal.
Am Gipfel wartet ein freistehendes Panorama: Der Blick reicht weit ins Tal, auf die Rote Flüh, den Aggenstein und bei gutem Wetter bis zu den Lechtaler Alpen. Besonders schön ist der Einstein zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wenn die Berge in warmes Licht getaucht werden.

Wandertipp #6: Hahnenkamm von Reutte bis zur Schneetalalm
Ein abwechslungsreicher Höhenweg! Von Reutte führt die Seilbahn bequem auf den Hahnenkamm. Oben startet man auf herrlichen Panoramawegen Richtung Gimpelhaus und weiter bis zur Schneetalalm.
Die Tour ist landschaftlich besonders reizvoll: Mal auf Kämmen mit weiter Sicht, mal durch Bergwiesen mit Blumenpracht. Wer mag, kann die Tour verlängern und noch einen der umliegenden Gipfel mitnehmen.


Wandertipp #7: Weitwanderweg Grenzgänger
Der Grenzgänger ist ein außergewöhnlicher Weitwanderweg über 6 Etappen (ca. 85 km), der das Tannheimer Tal mit dem Allgäu und dem Lechtal verbindet. Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund: Immer wieder überschreitet man hier die Grenze zwischen Deutschland und Österreich – und erlebt dabei die Vielfalt der Allgäuer und Lechtaler Alpen.
Besonderheiten:
- Etappen: 6 Tagesetappen mit insgesamt ca. 6.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg
- Dauer: je nach Kondition 6–8 Tage
- Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll – alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf vielen Abschnitten notwendig
- Übernachtung: in urigen Hütten entlang der Strecke (z. B. Gimpelhaus, Prinz-Luitpold-Haus)
Der Grenzgänger führt dich durch beeindruckende Hochgebirgslandschaften: über sanfte Wiesen, schroffe Felsgrate, stille Bergseen und vorbei an markanten Gipfeln wie der Rote Flüh oder dem Bschießer. Besonders schön: Auf den Übergängen zwischen den Tälern eröffnen sich grandiose Panoramablicke – mal ins Lechtal, mal hinüber ins Tannheimer Tal oder in die Allgäuer Alpen.
Warum sich der Grenzgänger lohnt
- Ein echtes Abenteuer für alle, die mehrere Tage am Stück in den Bergen unterwegs sein wollen
- Perfekte Mischung aus sportlicher Herausforderung und landschaftlicher Vielfalt
- Möglichkeit, das Tal und seine Nachbarregionen wirklich intensiv kennenzulernen
- Durch die Etappenstruktur kannst du auch nur einzelne Abschnitte als Tages- oder Wochenendtouren gehen
Alpine Erfahrung und gute Kondition sind Voraussetzung. Aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer unvergesslichen Mehrtagestour belohnt.

Übernachten im Tannheimer Tal
Wer nach einem aktiven Tag in den Bergen einen gemütlichen Rückzugsort sucht, ist in den Ferienwohnungen im HAUS fern genau richtig. Ich wurde so herzlich empfangen, dass ich mich direkt wohl gefühlt habe. Genau das, was einen Urlaub auch so besonders macht. Den beiden Schwestern Laura und Hannah ist es wichtig, einen leistbaren und nachhaltigen Urlaub zu ermöglichen.
Das HAUS fern bietet verschiedene Ferienwohnungen, für jeden ist hier also etwas dabei.
Besonders Nachhaltigkeit wird hier großgeschrieben. Seit Anfang 2025 sind sie mit dem Österreichisches Umweltzeichen und EU-Ecolabel zertifiziert.
Wer mit den öffentlichen Anreise, erhält einen Rabatt von3,33% auf den Wohnpreis. Und was mit mindesten genauso gut gefällt: hier bekommen Alleinreisende einen Sonderpreis.

Informationen für deine Wanderreise ins Tannheimer Tal
Anreise ins Tannheimer Tal und Mobilität
Das Tannheimer Tal liegt im äußersten Nordwesten Tirols, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, und ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichen. Das Gute aus Deutschland benötigst du keine Vignette.
- Mit dem Auto: Das Tal erreichst du am einfachsten über das Allgäu. Von Deutschland aus führt der Weg meist über die A7 Richtung Füssen und weiter über kleine Landstraßen direkt ins Tal. Die Strecke ist bereits ein Highlight für sich, denn spätestens ab der Grenze wird es richtig idyllisch: sanfte Hügel, Bergpanorama und immer wieder diese typischen Tiroler Dörfer.
- Mit der Bahn: Wenn du mit der Bahn unterwegs bist, bieten sich die Bahnhöfe Pfronten, Sonthofen oder Reutte an. Von dort geht es bequem mit dem Bus weiter ins Tannheimer Tal. Gerade in der Hauptsaison sind die Verbindungen gut abgestimmt, sodass du auch ohne Auto entspannt ankommst.
Und jeden Samstag gibt es ab Ulm einen kostenlosen Shuttlebus, der dich direkt ind schönste Hochtal Europas bringt (Voranmeldung notwendig).
- Vor Ort brauchst du übrigens nicht zwingend ein eigenes Fahrzeug. Das Tal ist überraschend gut erschlossen: Mit der Gästekarte kannst du viele Busverbindungen kostenlos nutzen, die dich zu den wichtigsten Ausgangspunkten für Wanderungen, Seen und Bergbahnen bringen. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig.
Für kürzere Strecken lohnt es sich total, aufs Fahrrad oder E-Bike umzusteigen. Die Wege sind gut ausgebaut und die Landschaft macht jede Fahrt zu einem kleinen Erlebnis.
Die Gästekarte im Tannheimer Tal
Ein echter Gamechanger für deinen Aufenthalt ist die Gästekarte des Tannheimer Tals. Du bekommst sie in der Regel direkt bei deiner Unterkunft und sie macht vieles vor Ort nicht nur günstiger, sondern auch deutlich entspannter.
Der größte Vorteil: Die Nutzung der öffentlichen Busse im Tal ist kostenlos (ausgenommen Vilsalpsee). Du kannst also ganz flexibel von Ort zu Ort pendeln, zu Wanderparkplätzen fahren oder spontan den Ausgangspunkt deiner Tour ändern, ohne dir Gedanken über Parkplätze oder zusätzliche Kosten zu machen.
Je nach Saison sind oft noch weitere Extras dabei. Im Sommer bekommst du zum Beispiel auch die Bergbahn-Fahrten kostenlos dazu (je nach Betrieb). Auch für Aktivitäten und Eintritte gibt es immer wieder kleine Vorteile
Mein Fazit:
Nach so vielen Wanderungen bleibt für mich vor allem eins: Das Tannheimer Tal ist ein Ort, der sich nicht nur durch seine Schönheit auszeichnet, sondern durch sein Gefühl. Für mich ist das Wandern im Tannheimer Tal mehr als nur ein schönes Urlaubserlebnis, es fühlt sich ein Stück weit wie Nachhausekommen an. Auch wenn ich nur eine kurze Zeit dort hab, war es umso intensiver. Es sind nicht nur die bekannten Highlights, sondern oft die kleinen Wege zwischendurch, die ruhigen Morgenstunden oder dieses ganz bestimmte Licht am Abend, die in Erinnerung bleiben.
Die sieben Wanderungen zeigen, wie vielseitig das Tal ist: von entspannt bis aussichtsreich, von bekannt bis eher ruhig. Und trotzdem haben sie alle etwas gemeinsam: dieses entschleunigte, fast schon leichte Unterwegssein.
Für mich ist das Tannheimer Tal kein Ort, den man einmal besucht und wieder vergisst. Sondern ich komme hier immer wieder gerne zurück – ganz egal, ob für eine neue Tour oder um nochmals ein Stück Bergliebe zu finden.
Unterstütze mein Herzensprojekt
Dir gefallen meine Reiseberichte und sie helfen dir bei deiner Reiseplanung? Dann freue ich mich auf deinen Support! Ich stecke viel Arbeit und Liebe in meinen Reiseblog und freue mich unglaublich, dir kostenlose Inhalte zur Verfügung zu stellen.
Du kannst mich unterstützen, indem du regelmäßig vorbei kommst, meine Berichte kommentierst und/oder mit deinen Freunden teilst.
Wenn du magst, dann lasse mir gerne auch eine Spende für einen Kaffee zukommen. Ganz lieben Dank!
Das könnte dich auch interessieren:
